Mittwoch, 26. April 2017

Robert Gernhardt und »Der Rabe«

Die bekannte und vielbeachtete Literaturzeitschrift »Der Rabe« ist Gegenstand der Vortragsveranstaltung der Regionalgruppe Rhein-Main-Neckar der Pirckheimer-Gesellschaft. Die Buchwissenschaftlerin und Journalistin Elke Lipp M.A. berichtet über Geschichte und Inhalte der zwischen 1982 und 2001 viermal pro Jahr erschienen Bändchen im Taschenbuchformat.
»Der Rabe« war zunächst eine Art Almanach des Haffmans-Verlages, aber zugleich ein Organ der Autoren der sogenannten Neuen Frankfurter Schule. Dazu gehörten unter anderen Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid und F. W. Bernstein ebenso wie jüngere Autoren wie Max Goldt, Tex Rubinowitz, Fanny Müller und Margit Schreiner. Auch Schriftsteller aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum veröffentlichten in dieser Zeitschrift. Gernhardts frech-frische Zeichnungen erhöhten die Lesefreude.
Eine Sonderstellung innerhalb der Reihe nahmen die Themenhefte wie der Arno-Schmidt-Rabe und der Karl-May-Rabe sowie auch der Band zum 60. Geburtstag von Robert Gernhardt ein.
(Ferdinand Puhe)

11. Mai 2017, 19 Uhr

Hotel Krone
Landstraße 9-11, 69493 Hirschberg-Großsachsen

Sonntag, 23. April 2017

Anja Harms

Anfang Mai wird in der Galerie DRUCK & BUCH die Ausstellung über „30 Jahre Künstlerbücher“ von Anja Harms eröffnet.
Anja Harms ©: Dachbewohner, 1991, 21 Linolschnitte
2013 wurden in der Galerie mit den mannshohen Buchskulpturen die aktuelle Zusammenarbeit von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries ausgestellt, diesmal wird das buchstäbliche Augenmerk auf das kontinuierliche Schaffen von Anja Harms gelegt. Geschaffen in kontrastreichem Linolschnitt und subtilen Schichtungen, in ungewöhnlichen Formaten und experimenteller Typographie. Handwerklich perfekt bringen sie die gewählten bildreichen Texte von Celan, Bachmann, Arp oder der Kalevala zu poetischer Schönheit. Neben exemplarisch gezeigten Arbeiten aus drei Jahrzehnten werden auch aktuelle Künstlerbücher gezeigt.

Vernissage: 4. Mai 2017, 19 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin
Ausstellung: 5. Mai - 6. Juni 2017

è Galerie DRUCK & BUCH
Susanne Padberg
Berggasse 21/2
A - 1090 Wien

Herzlichen Glückwunsch zum 65sten

Foto: Robert Grieger













Matthias Haberzettl, Schatzmeister der Pirckheimer-Gesellschaft, feiert heute seinen 65sten Geburtstag - herzlichen Glückwunsch.

Samstag, 22. April 2017

Furtwängler goes Underground

„Die ganze Welt ist ein großer Gag“

Das neueste Werk von Felix M Furtwängler wird ab heute im Grassi-Museum für Angewandte Kunst in Leipzig vorgestellt: Ein Künstlerbuch zum Thema Schallplatte mit einer grandiosen Installation aus dem Computer.
Foto: Ralph Aepler
Felix Martin Furtwängler (lks.) ist den Pirckheimern als einer der produktivsten Buchkünstlern der Gegenwart bekannt. In seinem 2015 vorgelegten Malerbuch „Furtwängler goes Underground“ reflektiert er seine Rockmusik-Erfahrung der 1960er und 1970er Jahre in Farbdrucken, denen Texte verschiedener Autoren beigegeben sind. In einem eigenen Raum kann der Besucher in eine mediale Installation mit visualisierter Musik eintauchen und in dem originalgraphischen Buch blättern.

Ausstellung: 22.04. - 28.05.2017

GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig

Freitag, 21. April 2017

Exkursion zur Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz

Die diesjährige Exkursion der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft wird nach Oranienburg gehen und Friedrich Wolf gewidmet sein.
Ablauf:
10.35 Uhr: Treffpunkt am S-Bahnhof Lehnitz (Linie 1)
11.00 Uhr: Begrüßung in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, danach Filmdokumentation über Friedrich Wolf: "Verzeiht, dass ich ein Mensch bin". (Regie Lew Hohmann)
12.30 Uhr: Mittagspause mit Imbiss (Getränke auf eigene Kosten)
13.00 Uhr: Führung durch das Haus, in dem Friedrich Wolf von 1948-1953 lebte und das auch seine Bibliothek beherbergt
15.00 Uhr: Kaffee-Pause
Anschließend Rückfahrt oder auch ein Spaziergang durch die Waldsiedlung Lehnitz oder an den nahegelegen Lehnitzsee.

Anmeldungen werden bis 30. April erbeten: per E-Mail bei Frau Suckow, persönlich während der Veranstaltungen der Regionalgruppe am 18. Mai. Unkostenbeitrag (Mittagsimbiss; Kaffee u. Kuchen) ca. 15 bis 20 Euro.
Weitere Informationen durch Klick auf die Abb.

Alter Kiefernweg 5 | 16515 Oranienburg OT Lehnitz

Tiflis Public Spaces ...

... zwischen sozialistischem Charme, alter Pracht und modernem Leben.

Unter diesem Thema findet von, veranstaltet durch den Pirckheimer Hubert Kretschmer, eine Ausstellung bei georgischem Wein im Atelier Heike Ratfisch in München statt. Zu sehen gibt es bis jetzt nicht gezeigte Fotos von Lisa Fuhr mit Straßenszenen in Tiflis.

Tiflis. Tbilissi. თბილისი - Leben in einer neuen Zeit
"Georgien hat in den 25 Jahren seit dem Zerfall der Sowjetunion dramatische Wech­sel­bäder erlebt: Anfang der 1990er Jahre galt es als „gescheiterter Staat“, der lange Zeit seinen Bürgern weder eine zuverlässige Infrastruktur wie Strom und Wasser, noch existentielle Sicherheit bieten konnte. Die Menschen waren allgegenwärtiger Straßenkriminalität und Korruption im täglichen Leben und großer Hoffnungslosigkeit ausgeliefert.
Den Zeiten von großer Not, verschärft durch Kriege und Vertreibung, folgten aber auch Phasen von wirtschaft­lichem Aufschwung. Der Kampf gegen Alltags­korruption und -kriminalität war erfolgreich und die Gesellschaft hat sich in Richtung Demokratie und Zivilgesellschaft entwickelt. Wie spiegelt sich dies alles im Leben einzelner Menschen? Diese Frage bewegt mich, seit ich 2010 zum ersten Mal Georgien besucht habe"
(Lisa Fuhr)

icon Verlag Hubert Kretschmer
320 Seiten, ca. 170 Farbfotos, 44 Seiten Text, 33 Seiten Kurztexte zu den Porträts auf Deutsch und Englisch, Fadenheftung, Klappbroschur, Format 23×16,5 cm, 28 €
ISBN 978-3-928804-46-2


Ausstellung: 25. April 2017, 17 - 21 Uhr

Atelier Heike Ratfisch,
München, St.-Anna-Straße 6 /Rgb

Charity Auktion ...

... zugunsten des Philharmonikerhauses für Asylsuchende

Im Rahmen einer Matinee in der Staatsoper mit einem Konzert von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker findet am 7. Mai eine Charity-Auktion der Neuhauser Kunstmühle statt.
Lot 2: Wolfgang Marx, Swimmingpool, Rufpreis € 180,
Katalog einsehen durch Klick auf das Bild
Angeboten werden 31 ausgesuchte Druckgrafiken, die von der Neuhauser Kunstmühle (Elisabeth und Nikolaus Topic-Matutin) aus Hohenberg gespendet und nun für den guten Zweck versteigert werden. Mitsteigern ist ganz einfach über die Website des Dorotheum oder persönlich bei der Matinee. Der Reinerlös dieser Auktion geht zur Gänze an das Philharmonikerhaus für Asylsuchende in St. Aegyd, das vom Diakonie Flüchtlingsdienst betreut wird und für das die Wiener Philharmoniker die Patenschaft innehaben.
Um
Voranmeldung wird gebeten!

Matinee: 7. Mai 2017, 10 Uhr – Besichtigung der Exponate
11 Uhr Konzertbeginn
ca. 11.45 Uhr Beginn der Auktion

Wiener Staatsoper, Mahler-Saal
Opernring2, 1010 Wien

Donnerstag, 20. April 2017

Albert Ebert

Albert Ebert: Im Atelier, Lithographie, 1965,
Plakat zur Ausstellung in Ahrenshoop
Am kommenden Donnerstag wird in der Galerie der Berliner Graphikpresse die Ausstellung "Albert Ebert: Das druckgraphische Werk". Mit dieser Ausstellung wird ein umfassender Einblick in das druckgraphische Werk des Hallenser Malers Albert Ebert (1906-1976) geboten, dessen naiv-poetische  Arbeiten sich seit Jahrzehnten in der Publikumsgunst halten, in Berlin aber lange nicht mehr in einer größeren Ausstellung gezeigt werden konnten. Viele bekannte und beliebte, aber auch einige sehr seltene Radierungen und Lithographien werden zu sehen sein.
Darüber hinaus wird mit einer kleinen Gedenkausstellung an den ebenfalls aus Halle stammenden Maler Otto Möhwald erinnert, der im Herbst 2016 plötzlich ums Leben kam. Hier zeigen wir schwerpunktmäßig Lithographien.

Vernissage: 27. April 2017, 19 Uhr, Einführende Worte: Prof. Klaus Hammer, Musik: Josef Lehmann, Klarinette
Ausstellung: 27. April - 2. Juni 2017

è Galerie der Berliner Graphikpresse
Silvio-Meier-Str. 610247 Berlin

Mittwoch, 19. April 2017

Oberton- und andere Orgien

Hubert Kretschmer, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft präsentiert eine Ausstellung von Künstlereditionen des Berliner Hybriden-Verlags des Pirckheimers Hartmut Andryczuk.
Gezeigt werden Archiv- und Werkausgabe der Sprechstücke von Hartmut Geerken mit 14 Audio-CDs / das Diarium von Mynona aus dem Jahre 1944/1945 mit Justus Irrleiche bei der Ahnenforschung / Fehlberliner U-Wirr – Lautpoesie von Jaap Blonk / An Paenhuysens Underwear Secrets und ein Totengespräch mit Ottfried Zielke.

Besuch nach Absprache über
E-Mail oder 089-123 45 30
Ausstellung: 27. April bis 2. Juni 2017

Archive Artist Publications,
München, Türkenstraße 60 RG UG

Dienstag, 18. April 2017

save the date

Ein Illustrator und
Gebrauchsgraphiker
aus Leidenschaft

Werner Klemke zum 100. Geburtstag

Eröffnung der Ausstellung
Donnerstag, 4. Mai 2017, 19 Uhr
Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Montag, 17. April 2017

Babette, Bärbels ältere Schwester



Bärbel had an older sister, cousin, clone...?
Babette bindet Bücher, an earlier (1935) version of Bärbels fröhliche Lehrzeit (1953) by the same author. Same premise, same characters, same... Look forward to comparing - where is an Hinman collator when you need one?
(Peter Verheyen,
The Pressbengel Project)

Freitag, 14. April 2017

Jürgen Gottschalk (1950 - 2017)

Tief betroffen musste ich heute erfahren, dass Jürgen Gottschalk am 28. März im Alter von nur 67 Jahren verstorben ist.
Der am 6.3.1950 geborene Historiker Jürgen Gottschalk ist den Pirckheimern nicht nur als Sammler von Judaica zum Thema Musik, Theater, Kabarett, Witz und Humor und durch Aufsätze zu diesem Thema in den Marginalien und anderen Zeitschriften bekannt, wo er u.a. über den Berliner Antiquar, Verleger und Mäzen Louis Lamm publizierte. Seine wissenschaftlich präzisen Vorträge vor den Pirckheimern und dem BBA werden den Teilnehmern genauso in Erinnerung bleiben, wie seine musikalischen Kleszmer-Darbietungen am Akkordeon. Seit 2010 stellte Jürgen Gottschalk seine einzigartige Sammlung unter dem Titel Humoristica Judaica im Internet vor und erreichte damit Interessenten an jüdischen Hochschulen in Deutschland genauso wie auch Bibliotheken und Forschungseinrichtungen in Osteuropa und den USA.
Seine fundierten bibliophilen Recherchen zum Thema Judaica haben das Wissen um dieses Gebiet nicht nur bei den Pirckheimern bereichert - sein Tod hinterlässt eine Lücke.
(ad)

Druckfrisch 2017

Am kommenden Freitag wird in der Werkstatt Künstlerische Lithographie in Treptow um 19.00 Uhr die Ausstellung "Druckfrisch 2017" eröffnet. Folgende Künstler nehmen an der Ausstellung teil: Katharina Albers, Peter Bertram, Klaus Dittrich, Monika Hipfel, Birgit Krahl-Stölben, Anna Maier, Rosanna Merklin, Hannah Birgit Neumann, Rashid Salman, Marianne Schröder, Peter Schulz Leonhardt, Pia Szur, Jill Tegan Doherty und Petra Wildenhahn.

Ausstellung 19. Mai - 21. September 2017

Defreggerstraße 12, 12435 Berlin-Treptow

Donnerstag, 13. April 2017

Eduard Prüssen

Schon auf unserem Stand zur diesjährigen Leipziger Buchmesse waren einige seiner Werke zu sehen (unter anderen die passend gewählten „13 Graphiken zum Literaturgeschehen“) – denn jetzt wurde Eduard Prüssen ein „Pirckheimer“.
Neben etlichen Buchkünstlern der jüngeren und jüngsten Generation, die im März der Gesellschaft beitraten, verstärkt nun also auch der Kölner „Altmeister“ (Ende Oktober wird er seinen 87sten feiern können) unsere Reihen.
Viele Teilnehmer des Jahrestreffens 2008 in Köln werden sich gern an die Stunden erinnern, als Prüssen sein Atelier für zwei Besuchergruppen öffnete.

Dienstag, 11. April 2017

Lesen als Grundlage unseres Wohlstandes

Im Rahmen der Konferenz »Der Buch- und Informationsmarkt in Deutschland 1990 bis 2015« der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Kooperation mit dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek wird Jakob Hein einen Vortrag zum Thema »Lesen als Grundlage unseres materiellen und immateriellen Wohlstandes« halten.
Abb. auf der Einladung: In der Hängematte, Kunstwart-Bildkarte Nr. 208 von Ernst Kreidolf, München, um 1916, © VG Bildkunst
Jahrtausenden sind Lesen und Schreiben die entscheidenden Träger der gesellschaftlichen Verantwortung, erworbenes Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben. Kinder erwerben zuerst die mündliche Sprache, und haben sie so viel Glück, wie ihnen zu wünschen ist, fangen ihre Eltern bald mit dem Vorlesen an. Über mehrere Stufen erlernen Kinder später zunächst selbst das Lesen und dann die gebildeten Worte gleich beim Lesen zu verstehen und zu begreifen. Doch ist es die höchste Stufe der Lesekompetenz, auf die es ankommt: lesend zu lernen, Worte in ihrem Kontext neu zu erschließen und neue Worte durch ihren Kontext zu verstehen. Das Gehirn tritt beim Lesen in Dialog mit dem Text, kann eigenes, bereits vorhandenes Wissen mit seinen Thesen vergleichen und so eigene Assoziationsketten weiterentwickeln.
Dr. Jakob Hein wurde 1971 in Leipzig geboren. Er ist der Sohn von Christoph Hein und lebt als Schriftsteller und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit seiner Familie in Berlin.

Konferenz: 27. / 28. April 2017

Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

Johannes Bobrowski zum 100sten

Wir spielen gern zum Geburtstag", begrüßte der Musiker Thomas Strauch am Sonntagnachmittag die rund 30 Gäste des Lyrikhauses. Wie das bei solchen Festen üblich ist, gab es auch hausgebackenen Kuchen und Kaffee dazu. Hausherr Gisbert Amm hatte unter dem Titel „Vogel, komm ...." zu einer Hommage auf Johannes Bobrowski eingeladen. Der 1965 in Berlin gestorbene Dichter hätte an diesem Tag seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Das literarisch-musikalische Programm zu Ehren Johannes Bobrowskis hatten neben Thomas Strauch die in Warthe lebende Ursula Suchanik, Geige und Gesang, sowie der Lyriker, Nachdichter und Journalist Henry-Martin Klemt aus Frankfurt und Ehefrau Rita mit Rezitation übernommen.
Im Publikum war wieder „eine hohe Dichterfülle" vertreten, wie Gisbert Amm zufrieden feststellte,  [neben Amm selbst u.a.] der Berliner Lyriker Richard Pietraß [und Ulrich Goerdten ...]
Gelesen wurden Selbstzeugnisse, Gedichte und Erzählungen von Bobrowski. Unter anderem wurde den durchweg kundigen Geburtstagsgästen bekräftigt, dass der aus Tilsit stammende Dichter seine Aufgabe darin sah, ein gutes Verhältnis der Deutschen mit den östlichen Ländern herbeiführen zu helfen. Er wollte Vorurteilen auf beiden Seiten, "wahre Geschichten gegenüberstellen. Diese Geschichten spielen dort, wo er aufgewachsen ist, und zwar „um die Memel herum, wo Polen, Litauer, Russen, Deutsche miteinander lebten, unter ihnen allen die Judenheit". Dabei betonte er, kein Heimatdichter zu sein, denn er betrachtet diese mit Kriegen und Verschuldungen verbundene Geschichte aus den Augen eines Berliners seiner Gegenwart. Sehr gut abgestimmt auf Johannes Bobrowskis Dichtung war die Musik. Thomas Strauch und Ursula Suchanek haben sich improvisierend und in Originalsprache der Folk- und Weltmusik verschrieben. Es waren zum einen temperamentvoll-tänzerischen Beiträge, zum anderen auch stimmungsvoll-nachdenklich Weisen. (Elke Lang in Märkische Oderzeitung)

Montag, 10. April 2017

Luther – Leipzig – Letterpress!

Martin Luther macht Druck

Die Stadt Leipzig ist eng mit der Reformation und der Persönlichkeit Martin Luthers verbunden. Das Museum für Druckkunst möchte seinen Besuchern eine besondere Facette im Wirken des Reformators verdeutlichen, bei der die Mediengeschichte im Fokus steht: Die massenhafte Verbreitung gedruckter Texte in deutscher Sprache. Die Durchsetzung der Reformation und der Ideen Martin Luthers hätte ohne den Buchdruck nie die uns heute bekannte Dynamik erfahren. Leipzig, zur Frühzeit der Reformation bereits ein bedeutender Druckort, spielte dabei eine wesentliche Rolle. Hier druckte Melchior Lotter 1518 in seiner Offizin frühe Schriften des Reformators, bevor er ab 1520 seine berühmte Druckerei in Wittenberg etablierte.
Plakat Wortschöpfungen Luther
© Museum für Druckkunst Leipzig
Zum Reformationsjubiläum erleben Besucher in den authentischen Werkstätten des Museums für Druckkunst die Entstehung von Druckmedien um 1500. In der Schriftgießerei wird vor den Augen der Besucher eine Schwabacher gegossen - die gebräuchlichste Schrift der Reformationsdrucke. Und unter dem Motto „Setze und drucke deine eigene These“ kann man wie zur Zeit Luthers im Handsatz eigene Texte aus Bleilettern setzen. Wie damals Printmedien vervielfältigt wurden, wird an einer historischen Handpresse vorgeführt. Verdeutlicht wird dabei auch der enorme Arbeitsaufwand für Druckschriften, die in der Lutherzeit bereits hohe Auflagen erreichten und die Welt nachhaltig veränderten.

Ausstellung: 4. Mai - 24. September 2017

è Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38,
04229 Leipzig