Donnerstag, 31. Oktober 2013

Das Weiterdenken des Buches als Abenteuer im Kopf

Buchkünstler/innen und Künstlerbücher im Spiegel persönlichen Erlebens und Erfahrens
Foto © Jürgen Domes
Das Künstlerbuch in einer gleichnamigen Ausstellung des Halleschen Kunstvereins 2011
Aus heutiger Sicht gehört zum Schaffen von Kunstwerken das Überschreiten und Erweitern von durch Konventionen bestimmten Grenzen. Diese Qualität des intellektuellen und handwerklichen Schöpfens und Gestaltens ist bei Künstlerbüchern in besonderem Maße nachvollziehbar und trägt zum Reiz dieser vielfältigen Gruppe von Werken, die in unterschiedlichster Weise dem Prinzip „Buch“ verhaftet sind, bei. Ist ein handelsübliches Buch schon ein sehr komplexes Gebilde, so verkörpern Künstlerbücher auf hohem Niveau überraschende, manchmal befremdliche, immer aber anregende Varianten des Mediums. Bei erster Begegnung erscheinen sie nicht selten sperrig und unverständlich, ebenso aber hinreißend in ihrem Ideenreichtum und ihrer Schönheit. Eva-Maria Hanebutt-Benz war Kuratorin der Abteilung für Buch- und Schriftkunst am Museum für Kunsthandwerk in Frankfurt am Main, später langjährige Direktorin des Gutenberg-Museums Mainz. Durch zahlreiche persönliche Kontakte zu Buchkünstlerinnen und Buchkünstlern, erfuhr sie so aus erster Hand Beweggründe und Zusammenhänge, die das Schaffen von Künstlerbüchern beleuchten und verständlicher machen können.

1. November 2013, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 Euro, Mitglieder: 1,50 Euro


è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Illustrierte Idylle?

Die Gartenlaube: Gesichter eines Massenblattes
 
Erster illustrierter Heftumschlag der Gartenlaube,
genutzt von 1860 bis 1883. © Martin Kelter Verlag
Als der Leipziger Verleger Ernst Keil vor 160 Jahren sein „neues Blättchen… für’s Haus und für die Familie, … für Groß und Klein, für Jeden …“ ankündigte, war kaum damit zu rechnen, welchen Erfolg und welche Bedeutung Die Gartenlaube erzielen würde. Wer vermutet schon, dass sie den Grundstein zur Entwicklung der modernen Boulevardmagazine im Hochglanzstil legte? Über die Bilderwelt der Gartenlaube, die in der deutschen Pressegeschichte einen besonderen Platz einnimmt, spürt die Kabinettausstellung den Herstellungstechniken und verschiedenen Gesichtern des Massenblattes nach.
Gemeinsam mit dem Pfennig-Magazin und der Illustrirten Zeitung gehörte Die Gartenlaube zu den Medien, die mit ihren schwarz-weißen Holzstichbildern den Beginn der illustrierten Massenpresse im 19. Jahrhundert einläuteten. Als „Illustrirtes Familienblatt“ verkörperte sie einen neuen Medientypus, wurde zum auflagenstärksten, wirkmächtigsten und oft imitierten Blatt. Als Wissenssammlung, Ratgeber und Unterhalter fand die Zeitschrift in vielen Bücherschränken einen Platz. Mit ihren inhaltlichen und ästhetischen Gesichtern spiegelt sie den Zeitgeist und Geschmack eines breiten Leserpublikums wider, gilt als reiche Quelle der Kulturgeschichte, steht aber zugleich als Synonym für eine idyllische und rührselige Bilder- und Romanwelt.
Kalikoeinband mit Prägedruck, 1884
Foto: Bertram Kober
Der mehrfache Wechsel der Verleger, die sich ändernden Leserinteressen und die wachsende Konkurrenz am Zeitschriftenmarkt unterwarfen Die Gartenlaube einem starken inhaltlichen und ästhetischen Wandel. Ernst Keils geniales Programm zielte gemäß seiner liberalen Gesinnung auf „geistige Ertüchtigung“, Aufklärung und Unterhaltung des Bürgertums. Mit Beiträgen aus Naturwissenschaft, Medizin und Technik, Berichten aus Geschichte, Militär, Volkskunde und Kultur, flankiert von Gedichten, Erzählungen und Fortsetzungsromanen (u. a. von Eugenie Marlitt, der Bestsellerautorin des 19. Jahrhunderts) sowie „verzierenden und erklärenden Abbildungen von anerkannten Künstlern“ traf er den Geschmack einer wachsenden Abonnentenschar.
Jubiläumseinband zur Gartenlaube, 1902
Foto: Bertram Kober
Nach dem Verkauf des Verlages 1883 an die Gebrüder Kröner in Stuttgart übernahm Adolf Kröner die Redaktion der Gartenlaube in Leipzig. Bewährte Themen blieben im Programm, wurden aber nach seiner national-konservativen Gesinnung neu ausgerichtet: Dienst fürs Vaterland, Wohltätigkeit, Hygiene, Wirtschafts- und Rechtsfragen, Erfolgsmeldungen aus Deutschlands Industrie u. ä. bestimmten den Tenor, der Unterhaltungsaspekt wurde betont und der Bildanteil wuchs. Unter August Scherl, der Die Gartenlaube 1904 in seinen Berliner Verlagskonzern integrierte, fand die Umwandlung vom Familienblatt zur modernen Illustrierten ihren Abschluss. Gefällige Unterhaltung, Beilagen wie Die Welt der Frau und Werbung bestimmten das Profil.
Der Verkauf des August Scherl Verlages 1916 an den Hugenberg-Konzern läutete das Ende der Zeitschrift ein: Bildberichte über die politische Lage, über Persönlichkeiten, Staatsfeierlichkeiten und Kriegsereignisse, Soldatentransporte und Lazarette nebst Bildern aus der Filmwelt, banalen Ratgeberbeiträgen, trivialen Fortsetzungsromanen und einem sich verselbständigenden Beilagen- und Werbeteil machten Die Gartenlaube zu einer Zeitschrift unter vielen, die ab 1933 von der nationalsozialistischen Propaganda instrumentalisiert wurde. Nach der Umbenennung 1938 erschien Die neue Gartenlaube noch bis 1944.

Eröffnung: 7. November 2013, 19:00, Museumsfoyer
Ausstellung: 8. November 2013 bis 11. Mai 2014

Deutschen Buch- und Schriftmuseum
Tresor der Deutschen Nationalbibliothek
Leipzig

Dienstag, 29. Oktober 2013

Charity zugunsten Familienbildungsstätte und Jugendfreizeitheim

Wolfgang Windhausen (links) überreichte
Otto Sander ein Exemplar seines
Buches ‚Mäandernde Zeit‘ aus der
Reihe der Bibliophilen Künstlerbücher.
Das letzte Exemplar des Buches mit dem Portrait des kürzlich verstorbenen Otto Sanders sowie Arbeiten anderer bekannter Künstler zu Gedichten unseres Mitglieds, des Schriftstellers und Menschenrechtlers Wolfgang Windhausen wird neben anderen wertvollen Sammlerstücken im Rahmen des Projekts „SozialBay“ der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) in Duderstadt zugunsten der fabi (Familienbildungsstätte Untereichsfeld) und des jufi (Jugendfreizeitheim Duderstadt) am 1. November versteigert, darunter signierte, gewidmete Bücher und Grafiken von Günter Grass, Professor Wolfgang Mattheuer, Professor Bernhard Heisig, Johannes Grütze, Marc Chagall, Christo und für Musikfreunde eine von Elton John signierte Schallplattenhülle (inklusive Schallplatte). Es gibt auch Originale der Fotografen WOLS und Harald Hauswald zu ersteigern.
„Kinder und Jugendliche sollten in ihrer Heimatstadt Duderstadt noch stärker verwurzelt werden. Eine starke Bindung an die Stadt und Region verhindert vielleicht eine spätere Abwanderung beziehungsweise lässt junge Erwachsene in ihre Heimat wieder zurückkehren“, sagte Windhausen.
Er führte aus: „Viele Begegnungen mit Otto Sander, ein unvergesslicher Abend in der Berliner ‚Paris Bar‘ werden mir in bleibender Erinnerung bleiben. So auch die Vorstellung und Überreichung eines Exemplares meines Buches ‚Mäandernde Zeit‘ aus der Reihe der Bibliophilen Künstlerbücher“. „Zur Hommage an den Schauspieler und Freund Otto Sander fertigte der Berliner Holzschneider Arno Waldschmidt, der zur Gruppe der Rixdorfer gehört, ein Holzschnitt-Portrait Otto Sanders nur für dieses Buch“, so Windhausen. Neben der Signatur des Künstlers trägt der Original Holzschnitt auch die Signatur von Otto Sander und wird dadurch zu einer Rarität. Das Buch erschien 2012 in einer Auflage von nur 25 Exemplaren.

Die Versteigerung kann unter gab-duderstadt.de ab dem 1. November 2013 aufgerufen werden.

Montag, 28. Oktober 2013

Eindrücke von den Altonaer Büchertagen

Zum 5. Mal fanden am 26. und 27. Oktober 2013 die Büchertage im Altonaer Museum statt. Im wunderschönen Säulensaal stellten wieder 20 Antiquare aus Hamburg und dem Norddeutschen Raum ihre seltenen und schönen bibliophilen Schätze aus und gaben den Besuchern die Möglichkeit, beim Schmökern und Blättern auf das besondere Weihnachtsgeschenk zu stoßen.
Es fiel der Satz: "Aus Besuchersicht war die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder sehr anregend." Hoffen wir auf die 6. Altonaer Büchertage.
Durch Klick auf die Abbildung erhalten Sie einige Impressionen von Frau Ursula Saile-Haedicke (Versandantiquariat Tills Bücherwege).
 

Neuerscheinungen von Manfred Backhausen

Im Fromm-Verlag erschienen zwei Bücher unseres Mitglieds Manfred Backhausen. Dieser befasst sich seit vielen Jahren u.a. mit religiösen Sondergemeinschaften innerhalb des Islam sowie mit Gemeinschaften, die aus dem Islam hervorgegangen sind. Zu nennen sind hier insbesondere die Aleviten und die verschiedenen Organisationen der Ahmadis.
 
Nachdem der Verfasser sich in der Vergangenheit fast ausschließlich mit der spirituellen Seite der Baha´i-Religion befasst hatte, wurde seine Aufmerksamkeit mehr und mehr auf die praktische Seite dieser auch in Deutschland vertretenen Religion geführt. Daher ist der Verfasser der Frage nachgegangen ob die Prinzipien der Baha´i – Religion grundgesetzkonform sind. Dabei steht Deutschland stellvertretend für andere Staaten mit gleichem oder ähnlichem Verfassungssystem. Die Untersuchung zeigt, dass es sich immer lohnt, hinter den äußeren Schein einer Religionsgemeinschaft zu schauen. Erst danach ist eine Bewertung möglich. Das gilt gerade auch für eine Gemeinschaft, die aufgrund der dauernden Verfolgungen gegen sie im Iran von den meisten Menschen in Europa grundsätzlich positiv bewertet wird.

Manfred Backhausen, Baha´i – Religion und Grundgesetz
ISBN 978-3-8416-0430-9
Preis: 17,80 EUR

Ein weiteres Buch von Manfred Backhausen erschien im selben Verlag unter dem Titel „Der Alevismus-Bektaschismus“. Immer noch stellt der Alevismus eine unbekannte Seite des Islam dar. Mit diesem Buch unternimmt der Autor einen weiteren Versuch, diese islamische Gemeinschaft dem deutschen Leser näher zu bringen. Gerade in einer Zeit, wo bestimmte Kräfte in der Türkei versuchen die laizistisch geprägte Republik in einen mehr oder weniger islamischen Staat umzuwandeln, scheint es wichtig die Aleviten als einen Gegenpol in dieser Auseinandersetzung vorzustellen. Aleviten leben heute nicht nur in der Türkei, in Albanien oder im Kosovo. Bedingt durch die vor Jahrzehnten einsetzende Arbeitsmigration in die Länder Westeuropas finden wir heute dort ebenfalls türkische, kurdische, und albanische Aleviten.

Manfred Backhausen, Der Alevismus – Bektaschismus
ISBN 978-3-8416-0431-6
Preis: 31,80 EUR

Sonntag, 27. Oktober 2013

Bogeng-Teilnachlass in Leipzig

Der Teilnachlass des bibliophilen Juristen und Privatgelehrten Gustav Adolf Erich Bogeng (1881–1960), der sich im Deutschen Buch- und Schriftmuseum befindet, wurde erschlossen und ist jetzt für die Forschung zugänglich.
Der promovierte Jurist G. A. E. Bogeng konnte als Privatgelehrter intensiv seinen bibliophilen Interessen nachgehen. Bibliophilie und Bucheinband gehörten zu den vorrangigen Themen seiner zahlreichen Veröffentlichungen, deren bekannteste ist die dreibändige Darstellung "Die großen Bibliophilen" von 1922. ....
Bogengs Autorentätigkeit wird mit Briefen von Georg Witkowski, Carl Schüddekopf, Hans Feigl und anderen Redakteuren der "Zeitschrift für Bücherfreunde" belegt. Sein breites bibliophiles Interesse dokumentieren zahlreiche Briefe mit Druckereien, Schriftgießereien und Verlagen. Ferner gehören Subskriptionseinladungen, Rundschreiben von bibliophilen Vereinigungen und Prospekte von Privatpressen dazu, wie zum Beispiel das Gründungsschreiben der Kleukens-Presse vom April 1919.
Der Teilnachlass Bogeng ergänzt in Leipzig das Archiv der Gesellschaft der Bibliophilen, das seit 2003 im Deutschen Buch- und Schriftmuseum aufbewahrt wird. Beide Bestände sind erschlossen und stehen für wissenschaftliche Forschungen im Museumslesesaal zur Verfügung.
(nach einer Information aus boersenblatt.net)

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Samstag, 26. Oktober 2013

Imago Mortis – Das Bild vom Tod

Das Sommerpalais Greiz präsentiert unter diesem Titel ab November eine Auswahl von Holzschnitten, Kupferstichen, Radierungen und Originalzeichnungen aus der beachtlichen Totentanzsammlung der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.
Thomas Rowlandson (1756-1827), The Two Kings of Terror, o.J., Radierung, koloriert
Als Totentanz (franz. danse macabre) bezeichnet man die Darstellung des Todes, der das Leben des Menschen beendet. Von Frankreich ausgehend trat der Totentanz im 15. Jahrhundert seinen Siegeszug an und breitete sich rasch in ganz Europa aus. Bis in die heutige Zeit finden sich Totentanzdarstellungen in vielfältiger Form in Kunst, Literatur und Musik.
In früheren Jahrhunderten war der Umgang mit dem Tod sehr viel näher ans Leben geknüpft als heute. Das Grauen der Pestepidemien, der Kriege, der unheilbaren Krankheiten erinnerte die Lebenden ständig an die unverbrüchliche Gewissheit, dass der Tod irgendwann oder sehr bald mit absoluter Sicherheit eintreten wird. Jede Kultur in jedem Jahrhundert hat versucht, den Weg ins andere Reich in ein Bild zu fassen. Das Skelett mit der Sense ist uns allen geläufig als Schauder erregende Darstellung des Todes.
Imago Mortis, nach Michael Wolgemut (1434-1519),
aus Hartmut Schedel: Liber cronicarum. Nürnberg, 12.07.1493, Holzschnitt, koloriert
Ausstellung: 9. November 2013 bis 23. Februar 2014

è Sommerpalais Greiz
Greizer Park Postfach 1146, 07961 Greiz
Tel. (0 36 61) 70 58-0 Fax (0 36 61) 70 58-25
*
E-Mail

Löweneckerchen, Gulliver und Ali Baba

Moritz Götze aus Gulliver
Die Ausstellung von Künstlerbüchern und Buchobjekten moderner Künstler aus der Sammlung unseres Mitglieds Reinhard Grüner, die ursprünglich bis Mitte November geplant war, wurde um zwei Monate verlängert und kann jetzt bis zum 12. Januar 2014 betrachtet werden.
Mit dieser Ausstellung wird die Sammlung einem breiteren Publikum bekannt gemacht, die durch den Münchener Sammler einigen Mitgliedern unserer Gesellschaft unter anderem bereits am 14. Juni 2006 auf einem Pirckheimer-Abend in Berlin vorgestellt wurde.

Ausstellung: 9. August bis zum 12. Januar 2014

Schatzkammer Internationale Jugendbibliothek
Schloss Blutenburg
81247 München

siehe auch: Löweneckerchen, Gulliver und Ali Baba


© Internationale Jugendbibliothek

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 10 – 16 Uhr, Sa./So. 14 – 17 Uhr
23.12. bis 1.01.2014 und 6.01.2014 (Heilige Drei Könige) geschlossen

Die letzte Führung durch den Sammler findet am 12.01.2014 (Sonntag, 15:00 Uhr) statt.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

100 Limericks von Helmut Richter und Egbert Herfurth

Eigentlich sollte es das nicht mehr geben: ein neues Buch aus dem Verlag Faber & Faber in Leipzig. Es ist wohl nicht der Abschied vom Abschied, aber doch ein gelungenes Comeback: Der Leipzig Autor Helmut Richter, bekannt durch den Welthit „Über sieben Brücken mußt du gehen“, hat 100 heitere und nachdenkliche, weltweise und zeitkritische Limericks geschrieben, zu denen der Leipziger Künstler Egbert Herfurth 100 Illustrationen gezeichnet hat, die die Verse verbildlichen, oft genug auf die Spitze treiben. Das jetzt bei Faber & Faber erschienene Buch ist in der Ausstattung den bekannten Sisyphos-Almanachen angepaßt, gut gedruckt und solide gebunden. Das Lesezeichen enthält die 101. Illustration zu dem schon angesprochenen Ohrwurm „Über sieben Brücken …“, eine Landschaft mit Brücken und Liebespaaren zeigend. Wie beim Verlag früher üblich, gibt es eine preisgünstige Vorzugsausgabe mit einem Originalacrylstich „Das versteckte Lachen“ – eine Art Buchmatrojschka.

Helmut Richter: … wer die Fuge liebt, der beweibt sich. Hundert Limericks mit hundert Illustrationen von Egbert Herfurth.
Leipzig: Faber & Faber, 2013. 113 S., mit Lesezeichen.
8°. Pappband.
ISBN 978-3-86730-133-6.
14 Euro.
Vorzugsausgabe mit Originalgrafik 30 Euro.

German Design Award 2014 für "Deutschland verstehen"

Der Rat für Formgebung vergibt einen der German Design Awards 2014 diesmal auch auch für ein Buch, welches im Berliner Die Gestalten Verlag erschien. Ralf Grauel und Jan Schwochow schufen mit »Deutschland verstehen« 2012 einen Bestseller. In der Begründung der Jury wird hervorgehoben, dass das Buch „einen neuartigen Zugang zu unserem Alltag, unserer Geschichte, unseren Ängsten und Wünschen“ bietet. Es animiere seine Leser dazu „sich auf kurzweilige und erhellende Weise ein eigenes Bild von Deutschlands Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur zu machen.“
»Deutschland verstehen« entstand in Kooperation mit Stern, Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Die Zeit, Handelsblatt, Financial Times Deutschland, ZeitMagazin, Bild-Zeitung und anderen Medien, in denen Teile der abgebildeten Grafik zuerst erschienen. Weitere Arbeiten sind Erstveröffentlichungen, die eigens für dieses Buch erstellt wurden.
Die Kapitel zeigen Kanzleramt, Reichstag und Gorch Fock von innen, erzählen von Preußen, Goethe, Kernkraftwerken, Loveparade und Oktoberfest. Sie tauchen ein in politische Debatten, Popcharts und das Gesundheitssystem; zeichnen Stammbäume des Hochadels, der RAF und der Deutschland AG; vergleichen Äpfel mit Kartoffeln, BRD mit DDR und Stefan Raab mit Thomas Gottschalk. Fazit: Infotainment auf höchstem Niveau. DAS Wimmelbuch für Erwachsene.
Der Preis wird am 14. Februar 2014 verliehen.


© gestalten

Montag, 21. Oktober 2013

Otfried Preußler-Tage

Hotzenplotz, Krabat, Hexe und Gespenst
 
Foto Otfried Preußler: Privat
Aus dem Nachlass des im Frühjahr dieses Jahres verstorbenen Kinderbuchautors Otfried Preußler zeigt die Staatsbibliothek zu Berlin jetzt zum ersten Mal eine kleine Auswahl an Manuskripten, Zeichnungen und Briefen von der Hand des Schriftstellers, Zeichnungen und Briefe von Kindern, Erstausgaben und anderes mehr. Im Foyer des Hauses Potsdamer Straße der Bibliothek wird mit einer Vitrinenausstellung ein erster Überblick über den Nachlass Preußler gegeben.
In einer Festveranstaltung am Abend des 22. Oktober begeht die Bibliothek gemeinsam mit Angehörigen und Freunden des Autors den 90. Geburtstag Otfried Preußlers. Das Grußwort zur offiziellen Übergabe des Nachlasses spricht Susanne Preußler-Bitsch, eine der Töchter des Künstlers.
Noch zu Lebzeiten hatte der Verfasser zahlreicher Klassiker der Kinderliteratur in einer äußerst großzügigen Geste seinen Nachlass der Staatsbibliothek zu Berlin geschenkt. Der Nachlass befindet sich hier in einem für die Erforschung des Werkes Preußlers sehr günstigen Umfeld: Nicht allein, dass seit Jahrzehnten die in Deutschland einmalig große und qualitativ reich bestückte Sammlung an Kinder- und Jugendliteratur gepflegt und fortlaufend ergänzt wird. Zugleich ist die Bibliothek, in der sich über 1.600 weitere Nachlässe von Wissenschaftlern und Dichtern befinden, bestens gerüstet für den Umgang und die Erschließung von Nachlässen mit modernen Mitteln.
 
Ausstellung: 22. bis 26. Oktober 2013
 
Staatsbibliothek zu Berlin
Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Buchkunst aus der DDR

In der dritten Ausstellung der Reihe "Buchkunst aus der DDR" präsentiert das Literaturbüro Westniedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Künstler Wilfried Bohne und der Stadtbibliothek Osnabrück vom 24. Oktober bis 11. Januar Arbeiten des vielfach ausgezeichneten Grafikers und Buchillustrators Volker Pfüller, Berlin.
Pfüllers umfangreiches Schaffen umfasst Arbeiten als Bühnenbildner unter anderem am Deutschen Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen, der Volksbühne Berlin und dem Thalia Theater in Hamburg sowie zeichnerische Entwürfe und Buchillustrationen.
Augenfällig ist die stilistische Vielfalt. In der Ausstellung findet sich neben zart aquarellierte Zeichnungen zur „Schachnovelle“ in starkem Kontrast stehende Serie kleinformatiger Bilder klassischer Kasperle-Figuren. Eine surreale Comic-Fantasie „Erfüllter Wunsch“, mit Reimen von Pfüller ist einer märchenhaft niedlich wirken Buchillustrationen zu „Der kluge Ziegenbock“ oder zu den „Tiergeschichten“ von Ekkehard Schall oder auch naturalistisch akribisch Fachbuch-Zeichnungen sorbischer Trachten.
Pfüllers Grafiken verknüpfte er häufig mit Texten, so in den „Die Tollen Hefte“ und in den für den Lubok-Verlag gestalteten Künstlerbüchern.
Seine Plakate wurden im Rahmen der Ehrung "Die 100 besten Plakate des Jahres" mehrfach prämiert, seine Illustrationen wurden im Wettbewerb "Die schönsten Bücher der DDR" ausgezeichnet. Seit der 8. Kunstausstellung 1977 waren Arbeiten von Volker Pfüller durchgängig bei der Kunstausstellung der DDR in Dresden zu sehen.
1939 in Leipzig geboren, absolvierte Volker Pfüller ein Grafik-Studium an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee bei Werner Klemke und Arno Mohr, arbeitet seit 1965 freischaffend als Zeichner, Grafiker, Illustrator, seit Ende der 1960er Jahre auch als Bühnenbildner, unter anderem am Deutschen Theater Berlin und den Münchner Kammerspielen. Ab 1976 hatte er einen Lehrauftrag an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin inne. 1990 wurde Volker Pfüller Gastprofessor für Illustration an der Kunsthochschule Kassel und 1991 Professor für Bühnenbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Von 1997 bis 2005 übernahm er die Klasse für Illustration an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Ausstellung: 24. Oktober bis 11. Januar 2014

Stadtbibliothek Osnabrück, Markt 1

Sonntag, 20. Oktober 2013

Bücherbummel in Wien ...

Auch in diesem Jahr war ich wieder in Wien und konnte meine geschäftlichen Verpflichtungen so legen, daß ein Tag für einen ausgiebigen Bücherbummel zur Verfügung stand.
Wien bietet auch weiterhin eine stattliche Anzahl von Antiquariaten und es gibt ein neu erschienenes Faltblatt des Verbands der Antiquare Österreichs mit 22 Wiener Antiquariaten. Von diesen habe ich einige aufgesucht und vor allem die im 1. Bezirk (Innenstadtbereich um den Stephansdom) bieten viele Schätze (ich kam gerade dazu, als eine großformatige Bibel aus dem Jahre 1550 (!!) zum Versand vorbereitet wurde, Kaufpreis 4400 Euro), auch für den Liebhaber der Insel-Bücherei. Setzt man sich keinen finanziellen Rahmen, kann gut und gerne bereits das erste besuchte Antiquariat (z.B. Löcker in der Annagasse) den Ruin bedeuten. Wer Lücken in der gelben ÖB-Reihe hat, kann diese wahrscheinlich an einem Tag komplett und bezahlbar auffüllen. Dagegen habe ich kein einziges Exemplar der roten Restauflagen gesehen.
Deutlich lukrativer, da oft nur kleine Preise verlangt werden, sind die nicht im Faltblatt gelisteten Antiiquariate (die also nicht Mitglieder im Verband sind). Diese verlangen eine ordentliche Kondition beim Laufen und einen gewissen Orientierungssinn sowie einen guten Stadtplan, da sie manchmal schon ein wenig verborgen sind. Sehr wohlwollend verrät dann ein Antiquar nach einem kleinen Plausch den Fußmarsch zum nächsten ...
Und so gab für jeweils wenige Euro u.a. IB 352 Der Bauernkrieg, IB 849 Grieshaber ohne die Angabe auf auf dem Hinterdeckel oder ein IB 408/2 Die schöne Magalona. Besonders gefreut habe ich mich über ein IB 613 Die Kinder der Kaiserin, welches von Hans Fronius (hat mehrfach für IB illustriert) und seiner Frau Christel 1956 als Geschenk signiert wurde (s. Bild anbei). Der Antiquar hat nach dem Tod von Hans Fronius von dessen Witwe (mittlerweile ebenfalls verstorben) einige Einzelstücke erwerben können. Natürlich habe ich für dieses Unikat gerne ein paar Euro mehr bezahlt. Ein Stapel weiterer schöner Erstausgaben sowie interessante Varianten warten nun darauf, nach und nach in meine Sammlung eingearbeitet zu werden. Zusätzlich gab mir ein älterer Herr noch eine Handvoll alte Verlagsanzeigen mit, die ich ebenfalls gelegentlich durchsehen werde.
(Dr. Michael Steiner)

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Jean Paul. Dintenuniversum.

Schreiben ist Wirklichkeit.
 
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes haben die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor zum Jubiläum des 250. Geburtstages von Jean Paul eine Ausstellung erarbeitet, die Gelegenheit bietet, ihn und sein Universum in einem viel umfassenderem Sinn als bisher neu zu entdecken.
Die Ausstellung wird durch ein abwechslungsreiches Begleitprogramm ergänzt, das aus Vorträgen, Diskussionen, Lesungen und Schüler-Workshops besteht.
Am kommenden Dienstag, den 22. Oktober 2013, wird Markus Bernauer, Leiter der Jean Paul Edition der BBAW, der Gegenwart Jean Pauls in ihren verschiedenen Formen nachspüren. Von Gustav Mahler und Stefan George über Max Beckmann und Walter Höllerer bis zu Navid Kermani: Nur wenige Autoren um 1800 haben Schriftsteller und Leser seit dem späten 19. Jahrhundert so elektrisiert wie Jean Paul, kaum einer ist immer wieder so stark in seiner Modernität (oder auch Postmodernität) wahrgenommen worden.
 
Jean Paul Herbst 2013 | 22.10.2013 18:30 Uhr Heftige Dissonanzen.
Jean Paul, Mahler, George und die moderne Literatur Markus Bernauer Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Einstein-Saal, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
 
Der Vortrag ist Teil des umfangreichen Rahmenprogramms zur Ausstellung "Jean Paul. Dintenuniversum. Schreiben ist Wirklichkeit."
 
Ausstellung: 12. Oktober bis 29. Dezember 2013
 
Stiftung Brandenburger Tor
Max Liebermann Haus
Pariser Platz 7, 10117 Berlin

Raubgut identifiziert

32 Bücher von Carl Neuberg werden zurückgegeben
 
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) restituiert 32 Bücher an die in den USA lebenden Erben des 1939 vor den Nationalsozialisten geflohenen Biochemikers Professor Dr. Carl Neuberg. Das ist der bisher größte zusammenhängende Privatbestand, den die ZLB finden und zurückgeben konnte.
Bücherregal mit den Werken, die ans Leo Baeck-Institut verschickt werden
Im Bestand der ZLB befindet sich eine unbekannte Menge geraubter Bücher, hauptsächlich aus dem Besitz der verfolgten und ermordeten Berliner Juden. Seit 2010 sucht die ZLB verstärkt nach diesem NS-Raubgut, insgesamt gelten allein in der Berliner Stadtbibliothek (BStB) der ZLB mehr als 200.000 Bücher als verdächtig. Im Zuge dieser Forschung konnten nun auch Bücher von Carl Neuberg identifiziert werden. Es handelt sich um Fachbücher mit Provenienzhinweisen wie Autogrammen, Namens- und Adressstempeln, Anmerkungen oder Widmungen. Die Bücher, vor allem biochemische Spezialliteratur, teilweise mit ehrenden Widmungen der Verfasser, werden von den Enkelinnen Neubergs zur Bewahrung seines Andenkens an das New Yorker Leo Baeck Institut übergeben.
Prof. Dr. Carl Neuberg (29.7.1877– 30.5.1956) gehörte zu den führenden Biochemikern seiner Zeit und war 25 Mal für den Nobelpreis nominiert. Er lehrte an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und leitete ab 1913 die von ihm begründete Abteilung für Biochemie am Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI). 1939 floh Neuberg in die Niederlande und emigrierte über Frankreich, Palästina, Iran, Irak, Indien und weitere Stationen in die USA.
Neubergs zurückgelassener Besitz wurde in Kisten verpackt und eingelagert, darunter auch die Bücher seiner Bibliothek. Ein großer Teil davon ging vermutlich durch Kriegseinwirkung verloren, ein anderer Teil von Neubergs Besitz wurde 1941 von der Gestapo geraubt und 1944 öffentlich versteigert. Weitere, einzelne Bücher aus Neubergs Bibliothek gelangten unrechtmäßig in den Bestand der BStB.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

5. Altonaer Büchertage

Zum 5. Mal finden am die Büchertage im Altonaer Museum statt. Im wunderschönen Säulensaal stellen wieder 20 Antiquare aus Hamburg und dem Norddeutschen Raum ihre seltenen und schönen bibliophilen Schätze aus und geben den Besuchern die Möglichkeit, beim Schmökern und Blättern auf das besondere Weihnachtsgeschenk zu stoßen.

26. und 27. Oktober 2013

Altonaer Museum
Museumstraße 23
22765 Hamburg

Dienstag, 15. Oktober 2013

Typografie ein Spiel? – Gert Wunderlich

Der Leipziger Bibliophilen-Abend präsentiert aus Anlass des 80sten Geburtstages von Gert Wunderlich am 18. November eine Ausstellung.
In der DDR gehörte die von ihm geschaffene Schriftart „Maxima“ zu den am meisten genutzten Schriftarten, Prof. Wunderlich schuf darüber hinaus mehr als 60 „Schönste Bücher“, über 30 „Schönste Buchumschläge“ und „25 Beste Plakate“.
Ein Buch zum Schaffen von Sonja und Gert Wunderlich ist in der Ausstellung erhältlich.

Eröffnung: 5. November 2013
Der Künstler ist anwesend.
Begrüßung: Dr. Hans-Jürgen Viehrig
Laudatio: Rainer Behrends, Kunsthistoriker, Leipzig

»Impressionen zu Typographie - ein Spiel?«, komponiert und vorgetragen von Georg Mausolf, Halle/Saale
Ausstellung vom 6. November bis 20. Dezember 2013

Haus des Buches
Gerichtsweg 28
04103 Leipzig

Montag, 14. Oktober 2013

Struwwelpeter und Struwwelpetriaden

Frau Carola Pohlmann, Leiterin der Kinderbuchabteilung der Staatsbibliothek, begrenzte ihren Vortrag vor den Gästen und Mitgliedern des Berliner Bibliophilen Abend im Haus II der Staatsbibliothek zu Berlin nicht auf das Thema Struwwelpetriaden, sondern gab den Hörern unter diesem Kernthema einen Überblick über die Entwicklung des Kinderbuches seit Ende des 18ten Jahrhunderts unter dem Einfluss von Aufklärung und neuen pädagogischen Konzepten und die daraus resultierende Wirkung des Buches von Heinrich Hoffmann als konsequenteste Umsetzung dieser neuen Auffassungen zum Kinderbuch. Gleichzeitig hatte dieses Buch auch ausserhalb Deutschlands einen großen Einfluss, wobei Frau Pohlmann deutlich machte, wie die Struwwelpeter-Rezeption im englischen Sprachraum zumeist als politische Satire erfolgte.
Im Anschluss konnten die gut 20 Teilnehmer in wichtigen und seltenen Ausgaben von Struwwelpetriaden im Bestand der Staatsbibliothek blättern, angefangen von der Originalausgabe in der zweiten Auflage von 1845 über den Ägyptischen Struwwelpeter (1895), den Swollen-Headed-William (1914) und den Struwwelhitler (in beiden Varianten von 1933 und 1941) bis zum Anti-Struwwelpeter von F. K. Waechter (1970) und der Ausgabe von Manfred Bofinger (1994). Ergänzt wurde die Auswahl durch einige Struwwelpetriaden für Mädchen aus der Sammlung des BBA-Mitglieds Detlef Porth.
(ad)

Samstag, 12. Oktober 2013

Impressionen von der 9. Frankfurter Antiquariatsmesse

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse (10. bis 13. Oktober) findet auch in diesem Jahre die Frankfurter Antiquariatsmesse statt, seit 2005 einen festen Bestandteil dieses Ereignisses und derzeit die am stärksten international ausgerichtete Antiquariatsmesse in Deutschland.
In diesem Jahr wird im Cafébereich der Antiquariatsmesse eine Auswahl aus der in fünf Jahrzehnten zusammengetragenen Exilliteratur-Sammlung von Rolf Rüdiger Harms gezeigt.
Durch Klick auf untestehende Abbildungen können einige Fotos, aufgenommen an den Fachbesuchertagen von Ursula Saile-Haedicke (Versandantiquariat Tills Bücherwege), betrachtet werden.
 

Freitag, 11. Oktober 2013

"Entartete Kunst"

Angriff auf die Moderne

Meisterwerke aus Papier aus dem Nachlass von Bernhard A. Böhmer aus dem Besitz des Kulturhistorischen Museums Rostock.
Otto Dix: "Streichholzhändler", 1920, Radierung, 28 x 32 cm (Städtisches Museum Mainz)
Das Kulturhistorische Museum Rostock besitzt als einziges deutsches Museum über 600 Arbeiten des sogenannten "BÖHMER-Nachlasses". Bei diesem handelt es sich größtenteils um Werke der Klassischen Moderne. Diese wurden 1937 per Gesetz im Auftrag des nationalsozialistischen Staates aus deutschen Museen entfernt und waren ursprünglich für den Verkauf bzw. für die Vernichtung vorgesehen. Diese gesamte Aktion "ENTARTETE KUNST", welche 1937 auch als Titel sowohl für eine der diffamierendsten als auch publikumswirksamsten Ausstellungen diente, umfasste 21.000 Werke. Von diesen sind ca. 5.000 vernichtet und 8.700 meist ins Ausland verkauft worden. Abgesehen von den 600 Rostocker Arbeiten fehlt von dem Rest der ca. 6.000 Werke jede Spur.
In unserer Ausstellung werden ca. 200 Arbeiten aus dieser Aktion zu sehen sein, die mit einem wesentlichen Feindbild des Faschismus, nämlich mit der Kunst der Moderne und mit ihren Schöpfern durch deren vielgestaltig brillante Werke bekannt machen. Plastiken vor allem aber Arbeiten auf Papier, die längst der Weltkunst zuzuordnen sind und ihre Heimstadt einst in bekannten deutschen Museen hatten, sind bei uns zu sehen. Dabei handelt es sich um einzelne Blätter aber auch um Werkgruppen u. a. von Jankel Adler (1895-1949), Ernst Barlach (1870-1938), Willi Baumeister (1889-1955), Lovis Corinth (1858-1925), Otto Dix (1891-1969), Heinrich Ehmsen (1886-1964), Lyonel Feininger (1886-1956), Erich Heckel (1883-1970), Alexander Kanoldt (1881-1939), Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Paul Klee (1879-1940), Oskar Kokoschka (1886-1980), Franz Marc (1880-1916), Ludwig Meidner (1884-1966), Henry Moore (1898-1986), Otto Mueller (1874-1930),aber auch von Max Pechstein (1881-1955), Christian Rohlfs (1849-1938), Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) und Georg Schrimpf (1889-1938).
Aber nicht allein mit diesen hervorragenden Kunstwerken wird der Betrachter vertraut gemacht. Darüber hinaus wird auf Texttafeln kommentiert, was die nationalsozialistische Machtelite an diesen Werken bez. was sie an ihren Autoren hasste und wie sie versuchte, diesen Hass massenwirksam werden zu lassen. Nicht zuletzt wird aber auch auf die umstrittene Persönlichkeit des Kunsthändlers und Bildhauers Bernhard Aloysius Böhmer hingewiesen, der seit 1938 mit der sogenannten „entarteten Kunst“ offiziell handelte und nach Abschluss der „Verwertung“ am 30.6.1941 Restbestände dieser Kunstwerke übernahm. Aber auch darüber erfährt man etwas in unserer Ausstellung, wie die über 600 dieser Arbeiten in den Besitz des Kunstmuseums Rostock gelangten.
(Prof. Dr. Rieger-Jähner, Kuratorin)

Ausstellung: 27. Oktober 2013 bis 26. Januar 2014

Museum Junge Kunst
Frankfurt/Oder

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Führung im Archiv des Berliner Doms

Heute besuchte die Regionalgruppe Berlin/Brandenburg mit ca. 30 Teilnehmern, darunter wieder 6 Gästen, den Berliner Dom, um sich mit dem dortigen Archiv vertraut zu machen. Herr Yves A. Pillep, seit wenigen Jahren Archivar der Oberpfarr- und Domkirchgemeinde, stellte eingangs in einem kurzen Vortrag die Geschichte der Bestände dieses Archivs vor und beantwortete Fragen der Hörer, die zum Teil naturgemäß die Arbeit eines Archivars nur zu gut einschätzen können, um die Gruppe im Anschluss über eine enge, steile Wendeltreppe in das Archiv zu führen. Die Bestände, noch vor 5 Jahren in einem Zustand, welcher den Hörern, auf einem Foto gezeigt, einen Laut des Erschreckens entlockte, zeigten sich den Teilnehmern in einem kleinen, aber bestens aufgeräumten Raum, sind inzwischen zu 80% erfasst und stehen seit wenigen Jahren zunehmend interessierten Nutzern zur Verfügung. Besondere Beachtung fanden einige bedeutende Beispiele aus den Beständen des Archivs, die Herr Pillep am heutigen Abend präsentierte.
links: Urkunde 17 - 1487 Februar 27 - Kurfürst Johann bestätigt dem Domstift Cöln die von
seinem Vater Kurfürst Albrecht unter dem 14.09.1470 ausgestellte nachstehend insuierte
Urkunde über die Bestätigung der Stiftung des Domstifts durch Kurfürst Friedrich III.
Außerdem gestattet er die Einfuhr Bernauer Biers. Daneben ein Kirchenbuch, ca. 1740.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Otto-Schäfer-Museum und Georg-Schäfer-Museum

Foto © Matthias Koloßa
Am 06.10.2013 war es soweit. Der erste Besuchstermin der Pirckheimer in Bayern waren das Otto-Schäfer-Museum und des Georg-Schäfer-Museums in Schweinfurt. Es war zwar keine Völkerwanderung, aber ein veritabler Stoßtrupp, der mit thüringischer Unterstützung beide Einrichtungen, allerdings mit unterschiedlicher Intensität heimsuchte. Vorzüglich betreut vom Leiter des Museums Otto Schäfer, Herrn Georg Drescher, genossen wir die Höhepunkte des bibliophilen Elysiums in überbordendem Maße. Der Gründer des Museums, Otto Schäfer (1912 – 2000), häufte im Laufe seines Sammlerlebens Schätze an, die neben dem Schwerpunkt illustrierte Bücher noch eine Reihe weiterer Kristallisationskerne hervorbrachte. Aus der Einbandsammlung führte Georg Drescher einen Lederschnittband, ein Beutelbuch sowie einen Kettenband vor. Zudem waren bemalte Einbände, Metalleinbände und hochwertige Einbandkunst bis zu Einbänden des 19. Jahrhunderts zu bewundern. Anhand eines ausgestellten Fragmentes der Gutenbergbibel erläuterte er die Prinzipien und Inventionen Gutenbergs und seiner Arbeitsweise. Weiter war die Entwicklung der Buchillustration vom frühen Holzschnitt über Dürers Holzschneidekunst und die Radierung, erläutert durch herausragende Beispiele dargestellt. Eine Augsburger Zainerbibel aus dem Jahr 1471 ist als erstes mit Holzschnitten illustriertes Buch vorgestellt worden. Schwerpunkte der Sammlung illustrierter Bücher sind mit den Bereichen Theologie – eine Sensenschmidt–Bibel von 1476/1478 - , die illustrierte Literatur mit einer Ausgabe des Theuerdanck, die Geographie mit Hartmann Schedels Weltchronik und die Naturwissenschaften mit einem Kräuterbuch von Leonhard Fuchs prominent demonstriert worden. Auch Bestände öffentlicher Bibliotheken der Stadt Schweinfurt sind im Museum untergebracht und wurden erläutert. Desgleichen erläuterte Georg Drescher die in Schweinfurt gegründete Sammlung der Leopoldina, der zur Zeit eine gesonderte Ausstellung gewidmet ist. Der Abschluss war ein kurzer Gang in de Tresor, wo besondere Schätze mit illustrierten Büchern wie dem Petrarcameister und Apians Cosmographia gezeigt wurden. Diese Führung war so anregend, dass sich die Gruppe nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Hölle (Name der Gaststätte) teilte. Eine Teil blieb im Museum Otto Schäfer und studierte die Ausstellungsstücke, der zweite Teil der angereisten Pirckheimer aus Bayern und Thüringen begab sich ins Museum Georg Schäfer und bewunderte die Sammlung von Malerei des 19.Jahrehunderts. Eine erste Ahnung, was die Pirckheimer im Rahmen des Jahrestreffens 2014 in Bamberg/Schweinfurt erwartet, liess in uns die Vorfreude erglühen, insbesondere wenn man von so kompetenten Führern wie Georg Drescher informiert wird.
(Ernst Reif)

Dienstag, 8. Oktober 2013

Christine Perthen (21.07.1948 - 30.12.2004)

Radierungen / Graphik aus Berliner Sammlungen

Am 21. Juli diesen Jahres wäre die Berliner Graphikerin, Zeichnerin, Schriftstellerin und Hochschulprofessorin Christine Perthen 65 Jahre alt geworden. In einer Ausstellung in ihren ehemaligen Atelierräumen – in der Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3 – werden aus diesem Anlaß Arbeiten aus ihrem druckgraphischen Werk präsentiert.
Ch Perthen Hommage á Camille Claudel 1991 Strichätz 19x283cm
1948 im sächsischen Pirna geboren, wächst Ch. Perthen auf zwischen steinernem Barock und heroischer Natur, studiert ab 1972 Modegestaltung an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee bei Werner Klemke und Arno Mohr. 1976 wird sie Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR. Von 1977 bis zu ihrem Tod hat Christine Perthen einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Zeichnung und Druckgraphik sind ihre zwei künstlerischen Hauptschaffensgruppen, bekannt sind aber auch ihre Bühnenbilder und Kostüme für das „theater im palais“ Berlin. Christine Perthen wird mit ihren Graphiken relativ schnell bekannt und anerkannt. … Diese Graphiken haben nichts Gefälliges, sind nicht vordergründig artifiziell. … Nachdenklichkeit und Intellekt sind beim Betrachter gefragt.
Ihr Ausdrucksstil „lebt von der Linie und der Schraffur, Bildebenen und verschiedene Formen sind miteinander verwoben, in sich durch unterschiedliche Blickwinkel verschränkt. Es ist eine Kunst voller Intensität und Expressivität, manchmal in Elementen simultan und surreal, eine Kunst spröde in der Form, die den Prozess ihrer Entstehung nicht verleugnet. Natur und Mensch bleiben in der Zeichnung, wie in der Graphik immer Bildvorwurf. Ihr Menschenbild ist von betonter Körperhaftigkeit. Hier haben ihre Vorbilder, oder wie die Künstlerin sagt „Wahlverwandten“ Michelangelo oder Giacometti wohl am prägendsten gewirkt.
(Volkhard Böhm, 2008)

Eröffnung am Sonnabend, 19. Oktober 2013, 17-21 Uhr
Es spricht Ingeborg Ruthe, freie Kulturredakteurin bei der Berliner Zeitung.


Druckgraphik-Atelier
Edition keller-druck
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3
10407 Berlin

Herbstkatalog 2013

Der Herbstkatalog des Roten Antiquariats erschien pünktlich zur Frankfurter Antiquariatsmesse, die vom 9. bis 13. Oktober stattfindet. Er enthält, wieder in hervorragender Gestaltung von Markéta Cramer von Laue, in den traditionellen drei Abteilungen (Kunst, Literatur und Exil) diesmal nur 89, dafür aber besonders ausgewählte Positionen, darunter auch die auf dem Titel abgebildete Schrift Gefesselter Blick, Walter Serners Die Tigerin oder Paris brennt von Ivan Goll in der Ausgabe der Bibliotheka Zenit 1922.

è Rotes Antiquariat und Galerie C. Bartsch
Knesebeckstr. 13/14
10623 Berlin

Josef Hawle

Josef Hawle, Kinderbuch der AWB Köln
Die nächste Ausstellung des Bilderbuchmuseums Troisdorf ist der Bilderwelt von Josef Hawle gewidmet, der auf eine dreißigjährige Künstlerkariere zurückblickt. Er bezeichnet sein Schaffen als "Naiven Realisus". Seine Werke präsentieren sich farbenfroh, ausdrucksstark, detailreich und harmonisch. Dabei beschäftigen sich viele seiner Bilder mit dem alltäglichen Geschehen von nebenan, vor sehenswerter Kulisse. Entsprechend war es naheliegend, dass unter seiner Hand auch Fassadenmalereien für Gebäude und öffentliche Einrichtungen entstanden. Zahlreiche künstlerische Motive für Bücher, Postkartenserien, Plakate, Tassen oder CDs thematisieren dabei immer wieder Troisdorf, die Stadt seiner Wahl.
 
Ausstellung: 27. Oktober bis 8. Dezember 2013
 
è Burg Wissem, Bilderbuchmuseum
Burgallee

53840 Troisdorf

Sonntag, 6. Oktober 2013

12. Ahrenshooper Literaturtage

Soeben ging in der Strandhalle Ahrenshoop die 12. Buchmesse zu Ende, welche von einigen Lesungen und einem Lesecafé begleitet wurde. Es präsentierten sich 20 Verlage, die einen Bezug zu Ahrenshoop oder zum Land Mecklenburg-Vorpommern haben. Unter den Ausstellern war auch die Edition Zwiefach von Linde Kauert und unserem Mitglied Heinz Hellmis.
Einige Fotoimpressionen von dieser Veranstaltung können durch Klick auf die untenstehenden Fotos aufgerufen werden.

Edition Zwiefach, Fotos © voigt&kranz UG, Prerow

Samstag, 5. Oktober 2013

Bücher-Spaziergang

Als Bücher-Spaziergang wird von Bernd-Ingo Friedrich auf seiner Seite Kulturpixel der Titel "Von der Wirkung des Buches" vorgestellt, eine Festgabe, die Friedhilde Krause, ehemalige Generaldirektorin der Staatsbibliothek Berlin, zum 80sten Geburtstag von Professor Horst Kunze besorgte.
Der Titel erschien bereits 1990, die Würdigung dieser Schrift ging eventuell in den Wirren des Wendejahres zu Unrecht unter - Dank der Kulturpixel im Netz wird sie wieder in unsen Fokus gerückt.

Hans Scheuerecker

Mit den soeben ausgelieferten MARGINALIEN erhielten die Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft auch einen Artikel über Hans Scheuereckers Bücher und einen Siebdruck von Hans Scheuerecker. Das brachte wieder eine Meldung der Lausitzer Rundschau ins Gedächtnis: "Scheuerecker-Schau im Dieselkraftwerk fällt erneut aus".
 
... Nachdem Hans Scheuereckers Einzelausstellung im Kunstmuseum Dieselkraftwerk "Verloren im Paradies" von 2011 auf Oktober 2013 verschoben wurde, fällt sie erneut aus. ... Die Direktorin des Kunstmuseums Dieselkraftwerk ... bestätigt, dass die Absage ihre Entscheidung war. ...
Dem Museum und dem Kunstpublikum geht ein Highlight zum Jahresende verloren. Tragisch ist die Absage jedoch vor allem für den Künstler: Hans Scheuerecker, der seit den 70er-Jahren mit seiner erotisch und emotional aufgeladenen, abstrahierten Malerei und Grafik – und seinem dazu passenden Boheme-Lebensstil – für Aufsehen sorgt, muss weiterhin auf seine längst fällige Würdigung als bedeutender Gegenwartskünstler und als Repräsentant kompromissloser Gegenkultur in der DDR durch ein großes staatliches Kunstmuseum in Deutschland warten.
Bereits zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 2009 sollte ihm ... eine Einzelausstellung im dkw. gewidmet werden. Es kam zum Eklat. Scheuerecker sagte damals das Vorhaben wenige Monate vor der Eröffnung ab ... und stimmte dann einer Verschiebung zu.
Eigentlich sollte die Ausstellung "Verloren im Paradies" nun vom 18. Oktober bis Mitte Januar 2014 im dkw. gezeigt werden. Geplant war, dass Scheuerecker verschiedene Werkgruppen von seinen künstlerischen Anfängen bis heute präsentiert. Eine Buchpublikation und eine kleinere Parallelausstellung mit Grafiken des berühmten französischen Künstlers Paul Gauguin (1848-1903), der Scheuerecker stark beeinflusst hat, sollten die Schau begleiten. Außerdem wollte die Neue Sächsische Galerie in Chemnitz die Scheuerecker-Schau übernehmen. (Felix Johannes Enzian)
 
gesamten Artikel lesen: Lausitzer Rundschau
Scheuerecker- Blibliographie auf kulturpixel.de
Literatur über Scheuerecker auf kulturpixel.de

Bernd Frank

Bernd Frank, 1988 / Foto © DHM Berlin
Am 19. Oktober um 16 Uhr wird bei unserem Mitglied Marc Berger in der Eremitage Gransee die Ausstellung Bernd Frank - Plakate für die Volksbühne eröffnet. Die Ausstellung zeigt Theaterplakate, die in über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren für die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gestaltet wurden. Die Exponate ermöglichen einen Einblick in die prägnante künstlerische Handschrift des Plakatgestalters, dessen Auftritte in Berlin über lange Zeiträume komplett mit dem Erscheinungsbild der Volksbühne gleichgesetzt und zum Synonym für dieses Theater wurden. In der Zeit, als das Kulturplakat noch die Litfaßsäulen dominierte und als Poster von Fans gesammelt und gefeiert wurde, gab es in Berlin nahezu keine Anschlagfläche, wo nicht zumindest eine Arbeit von Bernd Frank zu sehen war. Dem unverkennbaren Erscheinungsbild der Plakate, die sich Rezeptionsgewohnheiten verweigerten, Aufsehen erregten, etablierte Strategien anderer Theater durchbrachen, war es gelungen, einen besonderen Platz in der Berliner Kulturszene zu erobern.
Der Künstler ist anwesend zur einmaligen Möglichkeit, endlich mal wieder diese tollen Plakate zu sehen. Und wer sich nicht dran erinnern kann, MUSS eigentlich geradezu kommen ...


Ausstellung: 19. Oktober 2013 bis 28. November 2013

Eremitage Gransee
Mauerstraße 4a


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Gerhard Gossmann in Sulęcin

Eine kürzlich im Kloster Chorin gezeigte Ausstellung erlebte gestern ihre Vernissage unter dem Motto "Spiel und Ernst - Grafik und Illustrationen von Gerhard Gossmann". Die Ausstellung des Zentrums für deutsch-polnische Zusammenarbeit wird im repräsentativen Haus der Ritter, einem neoklassischen Herrenhaus im Polnischen Sulęcin (bis 1945 Zielenzig) gezeigt, gelegen in der Woiwodschaft Lebus. Die Vernissage war gut besucht. Der Leiter des Zentrums Jacek Cieluch begrüsste alle aufs Herzlichste. Anwesend war auch der Bürgermeister von Sulęcin, sowie der Bürgermeister von Friedland, eine der vier Partnerstädte. Dort wird die Ausstellung ebenfalls gezeigt, wenn sie in ca. einem Monat in Polen beendet sein wird. Anwesend waren auch der Leiter des Frankfurter Kulturbüros und Vorsitzender des Freundeskreis Gerhard Gossmann sowie die Tochter von Gerhard Gossmann, Frau Liebau. Eine Schulklasse des örtlichen Gymnasiums war ebenfalls gekommen.
Zur Eröffnung hielt Hans-Dieter Winkler, der aus seiner Sammlung Werke dieses besonderen Künstlers beisteuerte, einen Dia-Vortrag zu "Das Leben und Werk von Gerhard Gossmann". Hans-Dieter Winkler, dort gebürtig und aufgewachsen, heute 78jährig und Pfarrers i.R., ist ist Vorstandsmitglied des Zentrums der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Ralf Parkner, aus dessen Sammlung ebenfalls dreizehn Radierungen auf der Ausstellung gezeigt werden, hat einige Eindrücke mit dem Fotoapparat eingefangen.
 


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