Mittwoch, 30. April 2014

AdA 2/2014

Das zweite Heft "Aus dem Antiquariat" des Jahres 2014, welches am 5. Mai erscheinen wird, enthält unter anderem den dritten Teil der Untersuchungen von Michael Eschmann zum Leipziger Antiquar, Buchhändler und Verleger Karl Markert (1888 – 1969).
„Markert und Petters“ waren auf Sprachwissenschaften, speziell Slawistik, spezialisiert. Es ist die erste umfassende Darstellung zum Thema. Die Recherche erfolgte in den Jahren 2011 – 2013 im Stadtarchiv Leipzig sowie im Sächsischen Staatsarchiv, ebenfalls in Leipzig, mittels hinterlassener Geschäftsakten des Unternehmens „Markert & Petters“. Der Beitrag belegt, dass Karl Markert zwei Unternehmen führte (bzw. ab 1933 nur noch „Karl Markert Buchhandlung und Antiquariat“). Ferner wird dokumentiert, dass Markert niemals ein sogenanntes „Berufsverbot“ unter den Nationalsozialisten hatte. Seine spätere Anstellung als Prokurist im Unternehmen „Otto Harrassowitz“ wird ebenso beschrieben wie die literarischen Spuren des Unternehmens im Roman „Herrn Lublins Laden“ des Nobelpreisträgers Josef Schmuel Agnon. Karl Markert wurde nach 1945 zur zentralen Figur des Antiquariatsbuchhandels in der DDR. Als Vorsitzender des „Antiquariatsausschusses“ innerhalb des „Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig“ trug er entscheidende Umsetzungen verschiedener staatlich verordneter Antiquariatsreformen mit. Dies wird in den kommenden Jahren in Folgebeiträgen dokumentiert werden.
Das Inhaltsverzeichnis kann auf
boersenblatt.net eingesehen werden.
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Für einen kommenden Beitrag suche ich Hinweise zu dem Künstler Hans Michael Bungter (08.06.1896 Leipzig – 21.09.1969 in Moelkau/Leipzig). Bungter gehörte zum Freundeskreis von Karl Markert und entwarf u.a. für Edith Markert zwei Exlibris. Weiterhin suche ich Informationsmaterial wie Briefe, Dokumente und Fotos zu: Karl und Edith Markert sowie dem letzten Geschäftsführer des Antiquariats Hans-Peter Weinhold (1941 Magdeburg – 2010 Leipzig).
(Michael Eschmann)

Dienstag, 29. April 2014

mein reklame-fegefeuer

Herbert Bayer. Werbegrafik zwischen Bauhaus und Emigration

Herbert Bayer war einer der kreativsten Gebrauchsgrafiker seiner Zeit und dieser stilistisch um Jahrzehnte voraus. Nach seinem Weggang vom Dessauer Bauhaus 1928 führte Herbert Bayer die am Bauhaus entwickelten Prinzipien einer modernen Werbegrafik als Gestalter in Berlin konsequent weiter. Bis zu seiner Auswanderung in die USA 1938 schuf Bayer hunderte Plakate, Buch- und Zeitschriftentitel, Werbeanzeigen und -broschüren. Zu seinen Auftraggebern zählten neben der Konsumgüterindustrie und Verlagen auch staatliche und staatsnahe Einrichtungen. Bayer hat seine innovativen Werbeideen auch in den Dienst der NS-Machthaber gestellt. 75 Jahre nach seiner Emigration beleuchtet die Ausstellung des Gutenberg-Museums kritisch und umfassend Herbert Bayers Schaffen in der Zeitspanne von 1928 bis 1938.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Gastkurator Prof. Dr. Patrick Rössler von der Universität Erfurt anlässlich des Themenjahres 2013 »zerstörte Vielfalt — Berlin im Nationalsozialismus« für das Bauhausarchiv/Museum für Gestaltung Berlin realisiert und für das Gutenbergmuseum neu konzipiert.

Ausstellung: 14. Mai bis 26. Oktober 2014

Gutenberg-Museum
Museum für Buch-, Druck- und Schriftgeschichte
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz

La garde meurt – mais elle ne se rend pas

Salon International du Livre Ancien,
Grand Palais © ILAB
Vom 10. bis 16. April hat der Zirkus des alternden Buchhandels in Paris Station gemacht: Seit Gründung der ILAB zum dritten Mal nach 1961 und 1988 mit der Abhaltung des internationalen Kongresses mit dazugehöriger Messe im großartigen Ambiente des Grand Palais. Es genügten in der wolkenlosen Frühsommerluft mit blühenden roten und weißen Kastanien, Glyzinien und Flieder zwei Busse, um die 78 KongressteilnehmerInnen durch Paris und seine bibliophile Umgebung zu führen. In der Weltstadt und Buchstadt Paris wirkte das Trüppchen in die Jahre gekommener Buchartisten eher wie der Familienausflug à la Fanny und Alexander. ... Am Kongress selbst waren keine jüngeren AntiquarInnen anwesend. Die Kongressgebühr und die längeren Hotelaufenthalte etc. sind für sie kaum noch leistbar, ...
(Dieter Tausch)

gesamten Artikel lesen in Verband der Antiquare Österreichs

Samstag, 26. April 2014

Offne Ateliers Brandenburg

Die Offenen Ateliers Brandenburg finden am ersten Mai-Wochenende statt. In diesem Jahr werden sich daran Galerien in 14 Landkreisen und drei kreisfreien Städten mit über 750 Künsterlinnen und Künstler beteiligen.
Die Besucher erwartet wieder Kreatives und Künstlerisches, aber auch Musik, Literatur, Gartenkunst und Kulinarisches. Dabei bieten die Offenen Ateliers für Jung und Alt und für jeden Geschmack etwas Passendes: die Gäste können mit den Künstlern ins Gespräch kommen, Arbeiten erwerben, sich inspirieren lassen, sich selbst künstlerisch erproben und viel Neues kennenlernen und erleben.
Eremitage Gransee
Unter den Teilnehmenden sind natürlich auch wieder Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft, die in Brandenburg tätig sind, darunter Heinz Hellmis, der mit Linde Kauert im Atelierhaus Waldsiedlung Postsdam die Edition Zwiefach herausgibt, Marc Berger wird Bücher, Hochdruck und Typografie in seiner Werkstatt und Galerie Eremitage in Gransee vorstellen und Elinor Weise wird mit Illustration & Grafikdesign in Hohen Neuendorf, OT Bergfelde vertreten sein.
 
Offene Ateliers: 3. und 4. Mai 2014

Veranstaltungsprogramm

Freitag, 25. April 2014

Finissage der Arno-Schmidt Ausstellung

Zum 100. Geburtstag des Autors Arno Schmidt zeigte die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin eine Ausstellung mit seinen Werken und einer Auswahl der umfangreichen Sekundärliteratur aus eigenen Beständen und den Beständen der Philologischen Bibliothek. Hinzu kammen einige Stücke aus Privatsammlungen und Materialien, die von der Arno Schmidt Stiftung / Bargfeld zur Verfügung gestellt wurden.
Am Montag, 28.04.2014, geht diese zu Ende. Um 17 Uhr wird Ulrich Goerdten (Berlin & Bargfeld) durch die Ausstellung führen und die Exponate erläutern.
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.
(Susanne Rothe)

Foyer Universitätsbibliothek der FU Berlin
14195 Berlin
Garystraße 45

Donnerstag, 24. April 2014

bookmarks 2014

Am Wochenende tagen, organisiert von der Typograpghischen Gesellschaft München, Buchgestalter und Hersteller.
Erwischt oder erblättert – das Prinzip «Form folgt Inhalt» hat in der Verlagswelt abermals Einzug gehalten und eröffnet ihr neue Chancen. Kaum ist der Inhalt als Content wiederentdeckt worden – kaum hat sich das Buch von seiner physischen Grundlage emanzipiert, gilt das Rieplsche Gesetz auch hier: «Kein Instrument der Information und des Gedankenaustauschs, das einmal eingeführt wurde und sich bewährte, wird von anderen vollkommen ersetzt oder verdrängt.»
Welch wunderbare Zeiten für Buchgestalter und Hersteller, neue und alte Inhaltsträger hinsichtlich ihrer Möglichkeiten auszuloten und weitere Lese- und Erfahrungsformen zu entwickeln.
Auf der Bookmarks 2014 erklären Experten den aktuellen Stand technischer Entwicklungen und machen den Blick weit für die Möglichkeiten alter und neuer Medien. Anhand praktischer Beispiele zeigen sie, wie sie sich den digitalen und analogen Herausforderungen stellen. Durchzogen von Workshop-Elementen wird so innerhalb von knapp drei Tagen gestalterisches und technisches Rüstzeug nicht nur vorgestellt, sondern auch ganz konkret erfahrbar gemacht.

Tagung: 27. bis 29. April 2014

mediacampus frankfurt
Wilhelmshöher Straße 283
60389 Frankfurt / Main

Mittwoch, 23. April 2014

Akt

G. Blendinger, Seitlich Liegende, 2007, Kaltnadelradierung Kreide
Das Druckgraphik-Atelier stellt in seiner nunmehr 81. Ausstellung unter dem Titel Akt - Holzschnitte, Monotypien und Radierungen von Günter Blendinger, Paul T. Hahn (Abb. unten) und Eberhar Hartwig (Abb. mitte) vor.
Lovis Corinth sagte einmal: »Der Akt ist für die Malerei das, was für die Sprachen das Latein ist.« (Corinth, Lovis, Gesammelte Schriften). Für Günter Blendinger, Paul T. Hahn und Eberhard Hartwig ist er es auch in der Graphik: Ausgangspunkt, Grundlage, d.h. Basis des gestalterischen Schaffens – wie auch das Stillleben und die Landschaft – als fortwährende, früher lernende jetzt ebenso übende Beschäftigung mit der Natur und ihrem Formenreichtum: in den graphischen Techniken der Zeichnung und ebenso in der Druckgraphik. Bei und zu aller „erreichter“ Abstraktion ist diesen Künstlern die (fast) tägliche Natur-Auf„zeichnung“ dafür Bedürfnis.
Gezeigt werden Akte – große und kleine, männliche und weibliche, diese letzteren werden wegen ihres immer noch höheren Formenreichtums nicht nur von den männlichen Künstlern bevorzugt, als Aktporträt, Torso, als Figur auch im Raum, badend oder tanzend, radiert und in bzw. aus dem Holz geschnitten, gedruckt und gerahmt.
 
Eröffnung: 10. Mai 2014, 17-19 Uhr
Lesung „LeseAkt“ - Brunhild Hauschild liest Kurzgeschichten und Gedichte aus eigener und fremder Feder - und Gesprächen mit den Künstlern:05. Juni 2014, 20.00 Uhr
Austellung: 10. Mai bis 1. Juli 2014
 
Druckgraphik-Atelier
Edition keller-druck
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3
10407 Berlin

Samstag, 19. April 2014

Frohe Ostern!

Ein Stolperstein für den Antiquar David Salomon

Am 6. Mai 2014 werden auf der Westfälischen Straße in Berlin-Halensee (Charlottenburg-Wilmersdorf) 60 Stolpersteine für jüdische Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Zu ihnen gehört der Antiquar David Salomon. Er wurde am 18. Februar 1943 in Auschwitz ermordet. Mit einer Gedenkfeier für alle am 11. Mai, die um 12 Uhr beginnt, soll auch an ihn noch einmal erinnert werden.
(
kulturpixel.de)

siehe auch Bernd-Ingo Friedrich in MARGINALIEN Heft 210

Freitag, 18. April 2014

Deadline zur Miniaturausstellung "Dem gedruckten Buche"

Zur 8. Ausstellung "Miniatur in der Bildenen Kunst - Dem gedruckten Buche" im September/November in Fürtenwalde/Spree können noch bis zum 22. April 17:00 Uhr Exponate eingereicht werden.
Der Begriff „Miniatur“ steht hier für Kunstwerke mit kleinen Abmessungen, ist also weiter gefasst als seine ursprüngliche Herkunft, die unter „Miniatur“ Bilder, Zeichnungen oder Initiale in nicht gedruckten Büchern (Unikaten) verstand. Abgeleitet von der Schmuckfarbe Rot > Zinnober > Mennige > minig beschreibt das Wort „Miniatur“ heute Objekte mit (sehr) kleinen Abmessungen, geringer Größe.
Für die Ausstellung dürfen die Abmessungen bei zweidimensionaler Kunst 10 x 10 cm, bei Skulpturen 10 x 10 x 10 cm nicht überschreiten.
Nähere Informationen im Ausschreibungsformular oder hier.

Donnerstag, 17. April 2014

Pressendrucke zu zwei und vier Händen

Bücher der Editionen "Spätdruck" und "Zwiedruck", so lautete das Thema der Ausführungen von Matthias Gubig vor den Mitgliedern und zahlreichen Freunden der Regionlagruppe Berlin-Brandenburg im Kleinen Säulensaal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Matthias Gubig, gelernter Schriftsetzter und Drucker, studierte in Berlin und Leipzig, war im Auftrag verschiedener Verlage typografisch und grafisch tätig. Dabei entstanden viele Bücher, deren Gestaltung mit Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden. Zuletzt lehrte Matthias Gubig als Professor im Fachgebiet Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee. Seit 2003 widmet er sich als "Spätdrucker" eigenen Büchern (Edition "Spätdruck") oder gemeinsam mit Karl-Georg Hirsch (Edition "Zwiedruck") in exklusiven Auflagen. Mit den "Spätdrucken" fungiert er als Herausgeber, Verleger, Buchgestalter, Schriftsetzer für Blei- und Computersatz und Buchdrucker. Vor allem aber sucht er nach Bildern zu Texten, die ihm wichtig sind. Illustrationen entstehen dabei in der Regel nicht, sondern kommentierende Grafiken, welche in der Sprache der Bilder das Ihrige hinzufügen. Der gelernte Setzer läßt gern Schriftzeichen in seinen Bildern mitspielen und erinnert so an deren bildhafte Ursprünge. Stets druckt er die Grafiken von den Originaldruckstöcken, zumeist auf einer Buchdruck-Andruckpresse. Die Texte setzt er mittels Blei- oder Holzlettern, mitunter auch mit eigens hierfür geschnittenen Zeichen. Mit dem Buchbinder Michael Knop fand er einen außerordentlich kompetenten und kooperativ mitwirkenden Partner. Seine "Spätdrucke" befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, so in der Kunstbibliothek Berlin, dem Germanischen National-Museum Nürnberg und dem Museum van het Boek, Den Haag.
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Ralf Parkner hat die Veranstaltung mit dem Fotoapparat begleitet - weitere Aufnahmen aus seinem facebook-Auftritt können durch Klick auf untenstehende Thumbnails aufgerufen werden.
Fotos © Ralf Parkner

Montag, 14. April 2014

Hebräische Handschriften

Unter dem Titel "Die Erschaffung der Welt" werden derzeit mehr als 120 Objekte aus der Sammlung Braginsky im Jüdischen Museum Berlin ausgestellt.
René Braginsky hat seine spektakuläre Sammlung hebräischer Handschriften in mehr als drei Jahrzehnten zusammengetragen: Sie umfasst mittelalterliche Schriftstücke, kunstvoll angefertigte Hochzeitsverträge, reich illustrierte Schriftrollen, illuminierte Handschriften und wertvolle Drucke.
Die Sammlung zeichnet sich durch eine besondere Verbindung von Text und Kunst aus, da diese hebräischen Schriften mit einer oft sehr aufwändigen Buchmalerei verziert wurden. Ihr Schwerpunkt liegt auf illustrierten Handschriften, die im 18. Jahrhundert in Mittel- und Nordeuropa entstanden und einen Höhepunkt der jüdischen Handschriftenkunst darstellen. Alle bedeutenden jüdischen Schriftkünstler und Illuminatoren dieser Epoche sind mit exzellenten Arbeiten in der Sammlung von René Braginsky vertreten.
Die kostbaren Handschriften dieser Privatsammlung zeugen davon, welche Bedeutung es im Judentum hatte, die heiligen Texte und biblischen Kommentare schriftlich festzuhalten. Während der Verfolgungen über die Jahrhunderte hinweg nahmen hebräische Handschriften und Bücher häufig Schaden oder wurden gar vernichtet. Umso kostbarer ist die Sammlung von René Braginsky mit ihren herausragenden Beispielen jüdischer Schriftkunst. Als größte Privatsammlung mit Objekten aus verschiedenen Gebieten der westlichen und östlichen Diaspora vermittelt sie auch einen umfassenden Eindruck von der Vielseitigkeit der jüdischen Buchgeschichte.
Ein Tora-Schreiber und andere Kalligrafen werden ihre Kunstfertigkeit in den Ausstellungsräumen vor den Besucherinnen und Besuchern demonstrieren. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ausstellung: 4. April bis 3. August 2014
 

Sonntag, 13. April 2014

Neue Wege der Altbuchverwertung

In Bibliotheken und Archiven, die ihre Schätze digitalisieren und online verfügbar machen, wächst die Neigung, die anscheinend überflüssig gewordenen Buchbestände auszusondern. Zeitschriften und Reihenpublikationen werden, weil ihr Inhalt in Datenbanken und frei im Internet angeboten wird, in großen Mengen makuliert und der Vernichtung zugeführt. Darüber muss man nicht wehklagen, die Folgen sind teilweise durchaus erfreulich: die leergeräumten Flächen werden in unbeengte Erlebnisbereiche verwandelt, in denen die Leser bei aufgelockertem, auch dem Gespräch förderlichem Wohlfühl-Ambiente, einen nicht mehr von Arbeitsstress belasteten, entspannten Bibliotheksaufenhalt genießen können. ...
Fotos © Ulrich Goerdten
Die Halden der unverkaufbar und nutzlos gewordenen Bücher erreichen inzwischen beachtliche Gipfelhöhen, bei deren Anblick geängstete Propheten Schlimmes weissagen. Alles deute darauf hin, dass Bücher bald eine nutzlose Altlast sein werden. Sie verkünden, die Schwelle zum buchlosen Zeitalters sei schon betreten. Sie übersehen dabei aber, dass auch Gegenbewegungen zu beobachten sind, dass Bücher mancherorts schon einem neuartigen Gebrauch zugeführt worden sind. ... gesamten Artikel lesen! BücherboXX
 
(Ulrich Goerdten)

Nordahl Griegs Bücher

- der Schriftsteller und der Antifaschist -

Hrsg.: Margarete Steffiin,
Odd Eidem, Henschel 1947
so ist eine Veranstaltung des Heimatvereins Kleinmachnow überschrieben, auf welcher Harald Kretzschmar mit einer Lesung von Passagen aus Büchern von Nordahl Grieg einen Vortrag über seine Bedeutung als Schriftsteller und als Antifaschist gerade in der heutigen Zeit verbinden wird. Der Seemann, der Patriot und der Deuter von Historie kommen zu Wort.
Neue Erkenntnisse lassen das tragische Schicksal des über dem Machnower See beim Absturz eines Bombenflugzeuges zu Tode gekommenen Autors in einem neuen Licht erscheinen.
Es geht um nichts weniger als den Nachweis, dass hier nicht nur ein auf den ersten Blick als Ultralinker erscheinender Dichter sozusagen für die norwegische Folklore steht, sondern wichtiger Teil einer kreativen antifaschistischen Einheitsfront der Intellektuellen in Europa war.
Auf diese Weise soll die Kenntnis über die Biografie dieses mit dem Gedenken an ihn schon oft geehrten Menschen vertieft werden - nicht ohne wichtige Schlussfolgerungen für die Gegenwart.

Lesung: Montag 14.April 2014, 19 Uhr

Heimatverein Kleinmachnow
Rathaussaal

Kunstwerke im Kleinformat

Unter diesem Titel zeigt seit Ende Februar eine Studioausstellung des Germanischen Nationalmuseums deutsche Exlibris vom Ende des 15. bis 18. Jahrhundert.
Ein Flyer des GNM führt dazu aus: "Seit Ende des 15. Jahrhunderts kennzeichnen Exlibris (lat. aus den Büchern) den Besitzer eines Buches. Zum ersten Mal präsentiert die Graphische Sammlung des Germanischen Nationalmuseums ihren umfangreichen Bestand dieser zumeist kleinformatigen Druckgraphiken. Mit 62 Blättern werden Höhepunkte aus vier Jahrhunderten deutscher Exlibris-Kunst vorgestellt.
Ein großer Teil der Objekte stammt aus der berühmten ehemaligen Sammlung des Grafen Karl Emich zu Leiningen-Westerburg.
Viele namhafte Künstler fertigten Exlibris an und so finden sich in der Ausstellung Werke von Albrecht Dürer, Jost Amman, Raphael Sadeler und Johannes E. Nilson. Auch Goethe radierte um 1767 ein Exemplar für seine Jugendliebe Käthchen Schönkopf.
Exlibris zeichnen sich aus durch verschiedene Motive und Motti, Größen und Drucktechniken. Die Präsentation spiegelt die beeindruckende Vielfalt und künstlerische Qualität dieser Gattung und gewährt damit auch Einblicke in die individuelle Gedankenwelt der Bucheigner."
Die Pirckheimerin Nina Suckow erinnert mit diesem Hinweis die Teilnehmer des Jahrestreffens der Pirckheimer-Gesellschaft daran, dass sie ihren Besuch in Bamberg ziemlich gut mit der einem Besuch in Nürnberg verbinden könnten.

Ausstellung: 27. Februar 2014 bis 25. Januar 2015

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
90402 Nürnberg

Samstag, 12. April 2014

Jutta Mirtschin

In der Burg Beeskow, Landkreis Oder-Spree in Brandenburg, wird am 3. Mai eine Ausstellung mit Malerei, Grafik, Illustration, Theaterplakate von Jutta Mirtschin eröffnet, deren Atelier die Berlin-Brandenburger Regionalgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft im Oktober besuchen wird.
Die in Bautzen aufgewachsene Künstlerin studierte Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, eine Aspirantur schloss sich an. Seit 1986 arbeitet sie freiberuflich als Malerin, Illustratorin und Grafikerin. Sie nahm an außerordentlich vielen Ausstellungen teil.
Im Klappentext ihrer im Lusatia Verlag, Bautzen, erschienenen Werkschau "Eine Welt gemalt" (Abb.) heißt es: "Ihren Figuren und Szenen ist sehr oft eine wohltuende Leichtigkeit eigen, eine Art Verspieltheit. Und ein Staunen, eine besondere Faszination des Weltentdeckens."
 
Ausstellung: 3. Mai bis 10. August 2014
 
è Burg Beeskow
Bildungs-, Kultur- und Musikschulkzentrum
Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow
*
E-Mail

Dienstag, 8. April 2014

Werner Klemke

In Lunzenau an der Sächsischen Mulde wird durch den "Prellbock"-Chef Matthias Lehmann eine kleine aber feine Klemke-Ausstellung organisiert. Die gemeinsame Ausstellung von Plakaten in der Kirche „Sankt Jakobus“ Lunzenau und Kleingrafik/Buchillustrationen im „Prellbock“ stammt aus der Sammlung des Augsburger Pirckheimers Matthias Haberzettl. Herrn Lehmann ist auch ansonsten rührig auf dem Gebiet der Kultur tätig, so folgt z.B. vom 17. Juli bis 22.September 2014 die Ausstellung „Blexbolex – Illustrationen , Comic & Masken“, die am 17. Juli um 19 Uhr mit Blexbolex (Paris) eröffnet wird und danach bis zum 1. Dezember 2014 die Ausstellung „Restlaufzeit“ 76 Jahre Barbara Henniger, Karikaturen, welche am 25. September um 19 Uhr im Beisein der Künsterin ihre Vernissage hat.

Ausstellungseröffnung: 17. April, in der Kirche 17:00 Uhr,
im „Prellbock“ 19:00 Uhr mit Matthias Haberzettl
Ausstellung: 17. April bis 22. Juni 2014

Kirche Sankt Jakobus Lunzenau
und Zum Prellbock
Burgstädter Str. 1, 09328 Lunzenau

Samstag, 5. April 2014

Berliner Malerpoeten

40 Jahre nach der Gründung der Berliner Malerpoeten und mehr als 20 Jahre nach ihrer letzten gemeinsamen Ausstellung in Berlin 1992 ist ab heute in Kreuzberg eine außerordentliche Werkschau der Gruppe zu sehen. Ihr gehörten vierzehn malende Schriftsteller und schreibende Maler an, darunter Günter Grass, Christoph Meckel, Günter Bruno Fuchs, Kurt Mühlenhaupt und Wolfdietrich Schnurre. Die in Litauen geborene und seit 1945 in Berlin lebende Lyrikerin und „Mutter“ der Berliner Malerpoeten Aldona Gustas wählte über hundert Werke für die Ausstellung aus. Damit entstand ein Highlight des Ausstellungszyklus des Mühlenhaupt-Museums „Inside Out I – die Kreuzberger Bohème der 1950er bis frühe 70er Jahre“. Zur Eröffnung der Ausstellung, zu der u.a auch der Pirckheimer Wolfgang Jeske umfangreiches Material aus seiner Meckel-Sammlung zur Verfügung stellte, las Aldona Gustas, eigene Berlingedichte. Ralf Parkner lieferte einige Fotoimpressionen von der Eröffnung, die auf seiner facebook-Seite eingesehen werden können.
Foto © Ralf Parkner
Ausstellung: 5. April bis 3. Mai 2014

Mühlenhaupt Museum
Empore der Marheineke Markthalle
Marheineke Platz 15
10961 Berlin

Freitag, 4. April 2014

Herzlichen Glückwunsch zum 65sten

© Iris Blank Duderstadt
Wir gratulieren dem Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, dem Autor und Menschenrechtler Wolfgang Windhausen zum 65. Geburtstag. Wolfgang Windhausen, sehr engagiert in der ehrenamtlichen Gefangenenbetreuung, dort Mitbegründer und lange Zeit Mitarbeiter der Gefangenenzeitung "Die Mauer" und Organisator von Lesungen im Gefängnis, sowie sehr engagiert bei amnesty international, publizierte in Deutschland, den USA und Frankreich.
Er schuf Illustrationen zu eigenen Büchern und Mapppenwerken, Radierungen, Holzschnitte, Fotos, Plakatentwürfe und Einbandentwürfe. Werke von Wolfgang Windhausen befinden sich u.a. im Deutschen Literaturarchiv Marbach, in der Akademie der Künste zu Berlin sowie in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Anläßlich des Geburtstages von Wolfgang Windhausen erschien das 10. Bibliophile Künstlerbuch "Faltiger Traum" in der Edition Wort und Bild in Bochum. Freunde, Künstler und Persönlichkeiten gestalteten es durch ihre Geburtstagsgrüße und Wünsche, den Würdigungen und Illustrationen zu seinen Gedichten zu einer würdigen Ehrung des Jubilars.

Werner W. Kießig (1924 - 2014)

Werner W. Kießig wurde 1924 in Berlin geboren und machte 1948 seine Meisterprüfung im Buchbinderhandwerk. Von 1956 bis 1965 arbeitete er als Buch-und Papyrusrestaurator an den Staatlichen Museen zu Berlin und der Deutschen Akademie der Wissenschaften als freier Mitarbeiter bei Dr. Rolf Ibscher. Seit 1960 ist Werner Kießig Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Nach einem künstlerischen Grundstudium an der Hochschule Burg Giebichenstein und an der Kunsthochschule Berlin wurde er 1967 Mitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBK) und in der Internationalen Vereinigung «Meister der Einbandkunst», wo er 1982 Präsidiumsmitglied wurde. Seit 1965 war Werner W. Kießig in Berlin Hohenschönhausen freiberuflich als Buchbinder im Atelier für Bucheinband, Ledergestaltung, Restaurierung und Prägedruck tätig. 2007 ernannte ihn die Vereinigung «Meister der Einbandkunst» zum Ehrenmitglied. Werner W. Kießig starb nach schwerer Krankheit in Berlin.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. April 2014 um 13:30 Uhr auf dem Oranke-Friedhof,  Friedhofstr. 14 in 13053 Berlin (Alt-Hohenschönhausen) statt.

1 Kommentar:

hat gesagt…Ein großer Verlust für die Kunstbuchbinderei in Deutschland und überhaupt. Ich hatte mit Ihm im letzten Jahr korrespondiert wegen meiner Recherchen um Ernst Collin und hatte zuletzt von Ihm am 11.3 kommuniziert als er krankheitsbedingt von der Stolpersteinverlegung absagen musste. Meine Gedanken sind mit Ihm und seiner Familie.
Peter D. Verheye06. Juli 2014

Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft

Die Welt in Leipzig

Die BUGRA 1914 ist Thema einer im Auftrag der Maximilian-Gesellschaft von Ernst Fischer und Stephanie Jacobs herausgegebenen Publikation, die soeben als Jahresgabe an die Mitglieder dieser Gesellschaft versandt wurde. Der 800 Seiten starke und umfangreich illustrierte Leinenband im Duodezformat wurde von Kristina Brusa in Zusammenarbeit mit Aurelia Markwalder gestaltet und erschien in einer Auflage von 900 Exemplaren.
Gegliedert in Kontexte, Räume, Schauwelten und Resonanzen behandeln die Autoren Matthias Middell, Monika Estermann, Sabine Knopf, Julia Blume, Lothar Poethe, Stefan Paul-Jacobs, Tom Steinert, Stephanie Jacobs, Justus H. Ulbricht, Frieder Schmidt, Carola Staniek, Ernst-Peter Biesalski, Giselher Blesse, Ingrid Kästner, Wulf D. v. Lucius, Dirk Görsch, Ute Maria Etzold, Johanna Niedbalski, Katrin Teichmann, Enrico Hochmuth und Gabriele Netsch in ausführlichen Beiträgen die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik, eingebettet in eine Fotodokumentation der noch erhaltenen baulichen Überreste auf dem Leipziger Messegelände von Marta Pohlmann-Kryszkiewicz.

Die Welt in Leipzig. BUGRA 1914
Hrsg. und Prolog: Ernst Fischer und Stephanie Jacobs
ISBN-13: 978-3921743638

Mittwoch, 2. April 2014

Fotos von der RHEIN.Antiquaria

Am Sonntag hatte die RHEIN.Antiquaria eine gelungene Premiere, zu der sich ca. 30 Antiquariate und eine Buchbinderei aus ganz Deutschland angemeldet hatten. Die Veranstalter organisieren bereits seit fünf Jahren erfolgreich die RUHR.Antiquaria in Wattenscheid. Der nächste Termin steht auch schon fest: 19. April 2015.
Durch Klick auf das Foto können einige Fotos betrachtet werden, aufgenommen von Ursula Saile-Haedicke vom Braunschweiger Versandantiquariat Tills Bücherwege.
 
Brückenforum in Bonn-Beuel

Dienstag, 1. April 2014

Treffpunkt Erasmus

Die Pirckheimer-Gesellschaft untertützt bekanntlich das Projekt „Treffpunkt Erasmus“, mit welchem die antifaschistische Vergangenheit des Gründungsmitglieds dieser Gesellschaft, des Grafikers und Buchillustrators Prof. Werner Klemke, bekannt gemacht werden soll. Dieser hatte in den Niederlanden während der faschistischen Besetzung zahlreiche Juden vor Deportation und Ermordung bewahrt.
Bislang wurden Spenden in Höhe von 2.760 Euro auf das Konto der Pirckheimer-Gesellschaft eingezahlt, die jetzt dem Projekt zur Verfügung gestellt wurden. Das Geld wird vorrangig für die Animationsszenen im Dokumentarfilm, basierend auf eine Illustration in Klemkes Kriegstagebuch verwendet, was beispielhaft durch Klick auf untenstehenden Player aufgerufen werden kann. (Auf mobilen Endgeräten wird der Player nicht angezeigt, hier kann eine nicht animierte Tagebuchseite aufgerufen werden.)

video
Die Initiatoren des Projekts, die jetzt eine neue Pressekampagne in Deutschland starteten, wiesen darauf hin, dass sie weiterhin auf Spenden hoffen, die unter dem Stichwort "Treffpunkt Erasmus" auf das Konto der Pirckheimer-Gesellschaft eingezahlt werden.

Weitere Informationen;hier!

Frans Masereel. Der Schrecken des Krieges

Vor 125 Jahren wurde Frans Masereel (1889 – 1972) im belgischen Blankenberghe geboren. Vor allem sein expressionistisches Frühwerk machte ihn zu einem der bedeutendsten Graphiker des 20. Jahrhunderts. Sein immenses graphisches Werk ist durch die Sammlung Paul Ritter beinah vollständig im Klingspor-Museum vertreten. Masereel blieb die Einberufung im Ersten Weltkrieg erspart. 1916 ging er nach Genf, um beim Internationalen Roten Kreuz mitzuarbeiten. Dort traf er Romain Rolland, über den er sich der pazifistischen Bewegung anschloss. Er arbeitete für die Zeitschrift „Les Tablettes“, in der er mit Holzschnitten Stellung gegen Krieg und Militarismus bezog. 1917 gründete er mit Claude L. Maguet die Tageszeitung „La Feuille“. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Holzschnitt-Alben „Debout les Morts„ und „Les Morts parlent“. Der Humanist und Sozialist setzte sich zeitlebens für Frieden und Völkerverständigung ein. Martina Weiß beleuchtet das Engagement des Künstlers und zeigt Bücher und Graphiken, die mit leidenschaftlichen Anklagen die Grausamkeit von Kriegen schonungslos offenlegen.

Freitag, 4. April 2014, 14 Uhr
Eintritt: 2,50 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach